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«Ein Verstoss gegen die Verfassung»

FRAUENFELD. Dass im Thurgauer Primarschulzimmer als Fremdsprache nur noch Englisch unterrichtet wird, löst besonders in der Westschweiz Empörung aus. Gar von der Gefährdung des nationalen Zusammenhalts war schon die Rede.
Silvan Meile

FRAUENFELD. Dass im Thurgauer Primarschulzimmer als Fremdsprache nur noch Englisch unterrichtet wird, löst besonders in der Westschweiz Empörung aus. Gar von der Gefährdung des nationalen Zusammenhalts war schon die Rede. Bundesrat Alain Berset könnte deshalb zu dieser Frage noch ein Machtwort sprechen und die Kantone dazu zwingen, eine zweite Landessprache an der Primarschule zu unterrichten. Der Sprachenstreit dürfte somit allenfalls noch ein Nachspiel haben.

Verweis auf Bildungsverfassung

Auch der baselstädtische Regierungsrat und Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz, Christoph Eymann, bedauert die Thurgauer Abkehr vom Frühfranzösisch. Dies verstosse nicht nur gegen die Abmachung zwischen den kantonalen Erziehungsdirektoren – durch den sogenannten Sprachenkompromiss an den Primarschulen zwei Fremdsprachen zu unterrichten –, sondern es verstosse auch gegen die Verfassung, sagte Eymann gestern gegenüber Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Er verwies dabei auf die Volksabstimmung 2006 über die neue Bildungsverfassung, in der sich die Stimmberechtigten mit grosser Mehrheit für eine Angleichung der kantonalen Schulsysteme und gegen den Kantönligeist in Bildungsfragen aussprachen. Das sollte auch bewirken, dass es für die Schüler nicht mehr gleich schwierig ist, wenn durch Umzug ein Kantonswechsel ansteht. Der Thurgau ist aber nicht der einzige Deutschschweizer Kanton, der den vor rund zehn Jahren beschlossenen Sprachenkompromiss bricht. Appenzell Innerrhoden führte beispielsweise Frühfranzösisch an der Primarschule gar nie ein.

Vimentis zeigt Stimmungsbild

Die Streichung des Französischunterrichts auf der Primarstufe gründet auf einem Entscheid des Thurgauer Grossen Rates aus dem Jahr 2014. Die SVP machte sich mit grosser Unterstützung der CVP dafür stark, während sich vor allem die SP und Teile der FDP dagegen wehrten. Ein aktuelles politisches Stimmungsbild der Thurgauer Politik zu dieser Frage widerspiegeln Auswertungen der Wahlhilfe-Plattform Vimentis. Rund die Hälfte aller Grossratskandidaten für die Wahlen vom 10. April stellten sich in einer Umfrage unter anderem der Frage, ob die Schüler nicht doch eine Landessprache als erste Fremdsprache lernen sollen. Mehrheitlich dafür sind die Kandidierenden von Juso, SP, FDP, und der GLP. Die grösste Ablehnung ist noch immer bei CVP und SVP auszumachen.

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