Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein Thurgauer auf grosser Reise

Wenn dieser 16,5-Tönner reden könnte, hätte er wohl viel zu erzählen. Wie er mit über 25 Tonnen Sais-Fetten und -Ölen beladen auf Fähren den Ärmelkanal überwand und von bulligen Lokomotiven durch Grossbritannien gezogen wurde.
Mathias Frei
Fliegender Bahnwaggon: Ein Kran hebt den Kühlwagen auf das Stumpengleis hinter der Pasta Premium. (Bild: pd/Patrick Frischknecht, Frauenfeld)

Fliegender Bahnwaggon: Ein Kran hebt den Kühlwagen auf das Stumpengleis hinter der Pasta Premium. (Bild: pd/Patrick Frischknecht, Frauenfeld)

Wenn dieser 16,5-Tönner reden könnte, hätte er wohl viel zu erzählen. Wie er mit über 25 Tonnen Sais-Fetten und -Ölen beladen auf Fähren den Ärmelkanal überwand und von bulligen Lokomotiven durch Grossbritannien gezogen wurde.

1951 kam der Bahnwagen auf die Schienen, hergestellt bei Schindler Waggonbau in Pratteln. Die Firma gibt es nicht mehr. Der Kühl-Bahnwaggon vom Typ P 23 85 849 1801-1 hat sie mittlerweile um über ein Jahrzehnt überlebt. 1986 wurde der elf Meter lange Kühlwagen ausrangiert. Heute steht er auf einem Stumpengleis hinter der Pasta-Premium im Langdorf, harrt dort der Dinge, die kommen – und seiner Restaurierung.

Einer von ursprünglich 177

Von einer Top-Rarität spricht Daniel Widmer von der IG Schiene Schweiz (IGSS). Denn der Kühlwagen ist der letzte seiner Art – von ursprünglich 177 Wagen dieses Typs. Und auch sein Schicksal schien vor kurzem besiegelt. «Der Kühlwagen wäre mit 65 Jahren nicht in Pension gegangen, sondern in den Bahnwagen-Himmel hinauf», sagt Widmer. Zum Glück reagierte die IGSS so schnell und konnte den Waggon vor der Verschrottung retten. Der Vorbesitzer, der N-Bahn-Club Busswil aus dem Berner Seeland, hatte keinen Platz mehr.

Ein Stück Industriegeschichte

Von 1951 bis 1986 stand der Kühlwagen für die in Horn beheimate Sais AG im Einsatz. Dann kam er zu den Bahnfreunden aus dem Bernbiet. «Der Wagen ist also auch ein Stück Thurgauer Industriegeschichte», sagt Widmer. Die Margarinefabrik am Bodensee ist 2003 geschlossen worden. Widmer hat herausgefunden, dass früher ein Anker auf dem Wagen aufgemalt war, die Kennzeichnung für einen Wagen im internationalen und Fährverkehr. Der Kühlwagen ist schmaler als reguläre SBB-Güterwagen. Nur so passte er auf die Fähre. Der inwendig komplett mit Stahl ausgekleidete Wagen war für eine Maximalgeschwindigkeit von 125 Kilometern pro Stunde ausgelegt. So konnte er an Personenzüge angehängt werden.

Farbe statt Rost

Nun geht es für die IGSS an die Restaurierung des Wagens. Am ersten warmen Frühlingstag starte das Vorhaben, sagt Widmer. Es muss entrostet werden, neue Holzbeschläge braucht es und auch Farbe.

Kontakt für Geld- und Materialspenden oder Restaurationshelfer: Daniel Widmer, St. Gallerstrasse 164, 9548 Matzingen daniel.widmer@ig-schiene-schweiz.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.