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Ein Tag speziell für Talente

Im Thurgau gibt es viele erfolgreiche Sportler. Das kantonale Sportamt will mit einem neu eingeführten Talent Day den Nachwuchs fördern. Auch die Eltern werden informiert und unterstützt.
Larissa Flammer
Ein Betreuer analysiert die Stärken eines Mädchens mittels Rumpftest. (Bild: PD)

Ein Betreuer analysiert die Stärken eines Mädchens mittels Rumpftest. (Bild: PD)

Werfen, Springen und Laufen. Diese drei Fähigkeiten sind für die meisten Sportarten wichtig. Das Sportamt Thurgau hat 60 junge Sporttalente des Kantons ausgesucht, welche diese in besonderem Mass mitbringen, und sie zu einem sogenannten Talent Day eingeladen. «Wir haben je die 15 Knaben und 15 Mädchen der Jahrgänge 2004 und 2005 angeschrieben, die am kantonalen UBS Kids Cup die Besten waren», sagt Michael Krucker vom Thurgauer Sportamt. An diesem Wettkampf würden Kinder aller Sportarten teilnehmen. «Die Hälfte kommt aus der Leichtathletik, die andere Hälfte aus anderen Sportarten.»

32 junge Sportler haben am vergangenen Wochenende am Talent Day in Frauenfeld teilgenommen. «Das ist etwas ganz Neues. Es war für uns ein Testlauf», sagt Krucker. Das kantonale Sportamt will damit den Kindern die Möglichkeit geben, verschiedene Sportarten auszuprobieren. «Wir wollen der Frühspezialisierung entgegenwirken.» Sportverbände und teilweise auch Eltern würden Kinder oft bereits sehr früh in einer bestimmten Sportart fördern wollen. «Dabei hat das Kind in einer anderen Sportart vielleicht ein genauso grosses oder gar ein noch grösseres Talent. Es hat die Sportart nur nie kennengelernt.» Warum solle ein Leichtathlet, der Karten lesen kann, nicht mal einen OL-Wettkampf bestreiten. Oder ein Basketballer nicht mal Volleyball ausprobieren. Die Sportkommission wolle an dem Anlass keine Selektionierung durchführen. «Es sollte ein Tag sein, an dem die Kinder Spass haben können. Und der eine Gelegenheit bietet, sich kennenzulernen. Sportler aus verschiedenen Sportarten treffen sich sonst ja nie», so Krucker.

Jedes Kind hat eigenen Karrierenverlauf

Zum Talent Day wurden auch die Eltern eingeladen. «Es war super, dass alle dabei waren.» Sie seien nach dem Motto «Mein Kind ist ein Talent, Fluch oder Segen» informiert worden. «Oft sind Eltern auf sich alleine gestellt, wenn sie das Talent ihres Kindes fördern wollen oder wenn plötzlich ein Trainer anruft, der von den Fähigkeiten des Nachwuchses schwärmt.» Krucker habe den Eltern den «am Reissbrett entstandenen» Athletenweg von Swiss Athletics gezeigt, ihnen aber auch gesagt, dass jedes Kind einen ganz eigenen Karrierenverlauf aufweisen werde. Was bedeutet das sportliche Talent eines Kindes für das Familienleben? Wie sehen die Nachwuchs-Förderkonzepte von Swiss Olympics aus? «Ich habe aber auch die Frühspezialisierung und die übergrosse Motivation einiger Eltern angesprochen. Jedes Kind soll selber entscheiden können, ob überhaupt und welchen Sport es betreiben will.» Laut Krucker sind die Informationen für Eltern sehr gut angekommen. Auch über das Zusammenspiel zwischen Politik, Schule, Sport und Verbänden seien sie in Kenntnis gesetzt worden.

Neben dem Ausprobieren verschiedener Sportarten konnten die Kinder am Talent-Tag auch einen sportmotorischen Test absolvieren. «Wir haben koordinative Fähigkeiten beispielsweise anhand eines Kletterparcours, Rumpfkraft- oder Zielwurfübungen getestet. Durch diese Standortbestimmung haben wir die Stärken der Kinder bestimmt.» Mit dem Feedback könne den Kindern eine alternative Sportart vorgeschlagen werden, für die sie auch Talent haben könnten.

Ab 2017 an zwei Tagen

Der Talent Day war ein Probelauf, im nächsten Jahr will das Sportamt ein zweitägiges Talent Camp durchführen. Am 13. und 14. Mai werden insgesamt 120 Kinder der Jahrgänge 2001 bis 2005 eingeladen. «Ab 2017 arbeiten wir mit den Sportverbänden zusammen, die dann auch ihre vielversprechenden jungen Mitglieder in das Camp schicken können», sagt Krucker. «So gehen uns dann hoffentlich keine Talente mehr durch die Lappen.» An diesem zweitägigen Konzept will das kantonale Sportamt danach festhalten. Und auch am Alter der Teilnehmenden. «Bei den jüngeren und älteren Kindern macht eine solche Förderung weniger Sinn.»

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