Ein Städtchen steht Modell

DIESSENHOFEN. Seit knapp einem Jahr baut Kurt Rauch an einem Modell der Altstadt von Diessenhofen. Vorbild ist das heutige Städtchen. Sogar Brunnen, Wirtshausschilder und Strassenleuchten stehen massstabgetreu in der Miniaturstadt.

Dieter Ritter
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Kurt Rauch betrachtet sein Modell von Diessenhofen. (Bild: Dieter Ritter)

Kurt Rauch betrachtet sein Modell von Diessenhofen. (Bild: Dieter Ritter)

«Ende September wird es fertig. Es fehlen noch Details auf den Dächern und einige Bäume.» Der 85jährige Rentner Kurt Rauch fertigt ein Modell von Diessenhofen. Es ist 5,4 Meter lang und 1 Meter breit. Das höchste Gebäude, der Siegelturm, ist 60 Zentimeter hoch. Als Vorlage dienten eigene Messungen mit dem Lasergerät und Pläne 1 zu 100.

Mit Liebe zum Detail

Mit unendlicher Geduld bastelte Rauch Wirtshausschilder, Brunnen, Pflanzkübel und Bäume, exakt nach dem Vorbild des heutigen Städtchens. Er kann sogar das Licht in den Schaufenstern und Strassenlaternen einschalten. Alles wirkt echt und lebendig und erweckt beim Betrachter den Eindruck, dass jeden Moment jemand aus einer Haustüre kommt oder in einen der Läden tritt. Das Sperrholz für den Modellbau stellten die Schreinereien Paul Ott und Roesch gratis zur Verfügung.

«Für mich war der Spass am Bauen wichtiger als das Resultat, aber ich würde das Modell auf Wunsch zeigen. Für ein Schaufenster ist es leider zu gross», sagte Rauch. Stadtpräsident Walter Sommer wird prüfen, ob es einen passenden Standort gibt. «Ich könnte mir zum Beispiel einen Platz im Oberen Amtshaus in unserem Museum Kunst und Wissen oder auch im Rathauskeller vorstellen», sagte er.

Mit Liebe zu Diessenhofen

Sein erstes Modell der Altstadt baute Rauch in den Jahren 2013 und 2014 nach einem Merian-Stich. Es zeigt Diessenhofen im Jahr 1643 im Massstab 1 zu 250. Es ist in einem Schaufenster an der Hauptstrasse ausgestellt. Nicht nur mit dem Bau dieser Modelle bewies Rauch seine grosse Liebe zu Diessenhofen. Er rettete auch zwei alte Gasstrassenlampen vor der Verschrottung. Eine davon diente vorher als Ständer einer Wäscheleine bei der alten Turnhalle. Sie stehen am westlichen Ende der Schmiedgasse und an der Hauptstrasse neben seiner Wiese. Auch die Brunnenfigur bei der Schifflände ist ein Geschenk von Rauch an die Stadt.

Rauch führte ein Sanitärgeschäft in Diessenhofen, das er vor 30 Jahren verkaufte. Bis zur Pension 1995 war er Brunnenmeister. Er hat zwei erwachsene Töchter und wohnt mit seiner Frau an der Schmiedgasse. «An dieser Gasse wurde ich geboren. Ich zog mehrmals um, aber immer innerhalb der Gasse.»