Ein Sportkonzept für den Thurgau

Die Sport- und Freizeitinfrastruktur soll im Kanton Thurgau aus einer übergeordneten Perspektive betrachtet werden. Die Regierung heisst einen Antrag gut, der ein entsprechendes Konzept verlangt.

Silvan Meile
Merken
Drucken
Teilen
Die Güttingersreuti ist eine Sportanlage mit regionaler Ausstrahlung. (Bild: Nana do Carmo)

Die Güttingersreuti ist eine Sportanlage mit regionaler Ausstrahlung. (Bild: Nana do Carmo)

FRAUENFELD. Der Sport feiert im Kanton Thurgau einen Teilsieg. Die beiden Kantonsräte Walter Marty (SVP, Ellighausen) und Beat Pretali (FDP, Altnau) forderten mit 62 Mitunterzeichnern die Regierung auf, ein kantonales Sport- und Freizeitanlagenkonzept zu erstellen. Nun hat der Kanton diesen zugespielten Ball angenommen. Er beantragt dem Grossen Rat, den Vorstoss erheblich zu erklären.

Mit dem von den beiden Kantonsräten verlangten Konzept soll künftig eine bedürfnisgerechte Sport- und Freizeitinfrastruktur gefördert und unter den einzelnen Regionen verstärkt koordiniert werden. Insbesondere die Anliegen der Sportförderung sowie der Wirtschaftsentwicklung seien dabei zu berücksichtigen, wie die Antragssteller festhalten.

Als Grund für ihren Vorstoss erwähnen sie unter anderem, dass grössere Anlagen in den letzten Jahren kaum Realisierungschancen hatten, weil zu sehr auf lokale Befindlichkeiten statt auf die regionale und kantonale Bildung von Zentren für Sport- und Freizeitanlagen geachtet wurde. Diesbezüglich wird etwa die vom Stimmvolk abgelehnte Schwimmhalle in Kreuzlingen genannt.

Beispiele anderer Kantone

Ein kantonales Konzept ermögliche als Steuerungselement die bedarfsgerechte Abstimmung der Sportanlagenpolitik von Bund, Kanton und Nachbarkantonen, Regionen, Politischen Gemeinden und Schulgemeinden, hält die Thurgauer Regierung in ihrer Beantwortung des Vorstosses der beiden Kantonsräte fest. «Die Beispiele von Sport- und Freizeitanlagenkonzepten anderer Kantone zeigen, dass mit einer koordinierten Sport- und Freizeitanlagenplanung die zur Verfügung stehenden Ressourcen gezielter eingesetzt und Synergien genutzt werden können», schreibt die Regierung. Wesentlicher Bestandteil eines solchen Konzepts seien die Voraussetzungen und Kriterien für die kantonale Unterstützung von Anlagen aus dem Sportfonds.

Der Ball liegt beim Grossen Rat

Die Bedürfnisse des Breiten- und Leistungssports, der Schulen und der breiten Öffentlichkeit nach zeitgemässen Sport- und Freizeitanlagen würden wachsen, schreibt der Regierungsrat. Zwar würden die konzeptionellen Grundlagen für Sport- und Freizeitanlagen bereits heute einen gewissen Platz im kantonalen Richtplan einnehmen. Die Sport- und Freizeitwelt entwickle sich jedoch sehr dynamisch. Der Richtplan als relativ statisches Planungsinstrument vermöge den praktischen Anforderungen nicht in allen Bereichen gerecht zu werden.

Mit einem kantonalen Sport- und Freizeitanlagenkonzept könne dynamischer geplant und gefördert werden, insbesondere auch im bisher wenig berücksichtigten Bereich der Outdooranlagen, wie es in der Beantwortung heisst. Noch wird der Grosse Rat über den Antrag und die Beantwortung diskutieren.