Ein Sitz im TKB-Bankrat bleibt vakant

Der Thurgauer Regierungsrat verzichtet nach dem Rückzug von Michael Brandenberger auf einen Ersatzvorschlag für den TKB-Bankrat. Bis zu den ordentlichen Wahlen im nächsten Jahr will er aber das Auswahlverfahren dieser Kandidaturen anpassen.

Silvan Meile
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Jakob Stark Thurgauer Regierungsrat (Bild: Nana do Carmo)

Jakob Stark Thurgauer Regierungsrat (Bild: Nana do Carmo)

FRAUENFELD. Der Thurgauer Regierungsrat hält den Ball bezüglich TKB-Bankrat flach. Er verzichte vorerst darauf, dem Grossen Rat eine neue Kandidatur als Bankrat der Thurgauer Kantonalbank (TKB) zu unterbreiten, schreibt er in einer Mitteilung.

Acht bis zur ordentlichen Wahl

Nach den Turbulenzen und dem damit verbundenen Rückzug der Kandidatur Michael Brandenbergers schlägt die Thurgauer Regierung dem Grossen Rat für die Wahl im Mai somit lediglich den Churer Personalfachmann Christoph Kohler vor, obwohl zwei Sitze im neunköpfigen Bankrat freiwerden. «Der Regierungsrat hat sich zu diesem Vorgehen entschlossen, weil per 1. Juni 2016 ohnehin ordentliche Wahlen anstehen», begründet die Kantonsregierung ihren Entscheid.

Nur eine der zwei Vakanzen zu besetzen, sei ohne weiteres zu verantworten, sagt Jakob Stark, Vorsteher des Departementes für Finanzen und Soziales. Bis zum nächsten Sommer dürfte der Bankrat somit aus nur acht Mitgliedern bestehen. Gemäss TKB-Gesetz kann die Zahl der Bankratsmitglieder zwischen sieben und neun Mitgliedern variieren.

Die BDP findet Gefallen an der unverhofften Reduktion der Anzahl Mitglieder im TKB-Bankrat. Sie erklärte bereits, dass neun Bankräte ohnehin zu viel seien und die Aufgaben auch von sieben oder acht Personen bewältigt werden können.

Lehren aus Fall Brandenberger

Statt jetzt in aller Eile einen neuen Vorschlag zu machen, wolle man die Zeit nutzen, um den Auswahlprozess für neue Bankräte im neuen Verfahren generell zu analysieren und, wo nötig, auch anzupassen, erklärt Regierungsrat Stark. Ihm schwebe etwa eine stärkere Unterstützung des Regierungsrats durch Personalfachleute vor, sei es in der Administration oder in der Anwendung standardisierter Auswahl- und Prüfkriterien. Im kommenden Jahr soll dem Grossen Rat dann wieder eine Kandidatur für den neunten Sitz im TKB-Bankrat unterbreitet werden. Die Wahl werde 2016 zusammen mit der ordentlichen Wahl des bisherigen Bankrats stattfinden. Nebst den fachlichen Eignungen wolle man auch weiterhin Wert darauf legen, dass alle grossen Kantonalparteien vertreten sind, erklärt Stark. Nach dem Rückzug der Kandidatur Michael Brandenbergers hat damit die CVP Thurgau für elf Monate keine Vertretung im obersten strategischen Organ der Bank.

Stolperstein aus Vergangenheit

Michael Brandenbergers Kandidatur als Bankrat geriet in die Kritik. Stein des Anstosses war die Rolle seiner Firma im Zürcher Pensionskassen-Skandal. An den Anhörungen in den Grossratsfraktionen, die ihn schliesslich als Bankrat hätten wählen müssen, wurde offensichtlich deutlich, dass er nur auf eingeschränkte Unterstützung zählen kann. Daraufhin zog er seine Kandidatur zurück. Einige Tage später verzichtete Brandenberger ausserdem auf den Listenplatz für die Nationalratswahlen, den er für die CVP Thurgau belegte.

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