Ein schöner Tag reicht nicht

Die bisherige Saison verläuft für die Freibäder miserabel. Das mehrheitlich schlechte Wetter macht Betreibern und Gästen gleichermassen einen Strich durch die Rechnung. In Aadorf versuchen die Verantwortlichen die Flucht nach vorn.

Olaf Kühne
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Besucher der Badi Aadorf versuchen sich in Country Line Dance. Heute ab 19 Uhr steht das Angebot wieder auf dem Programm. (Bild: pd)

Besucher der Badi Aadorf versuchen sich in Country Line Dance. Heute ab 19 Uhr steht das Angebot wieder auf dem Programm. (Bild: pd)

AADORF. «Miserabel!» Heidi Fischers Antwort auf die Frage nach der bisherigen Badisaison ist unmissverständlich. Die Frau des Leiters der Aadorfer Bäder, Urs Fischer, und selber Teilzeitmitarbeiterin berichtet, dass die Badi Aadorf im laufenden Jahr gerade mal an zwei Wochenenden sowie an zwei, drei weiteren Tagen wirklich gute Besucherzahlen verzeichnen konnte. Die Tausendermarke – die Kapazität des Freibades beträgt 1300 Gäste – habe man gar nur an einem einzigen Tag überschritten.

Der Grund für die miserable Zwischenbilanz liegt auf der Hand: das schlechte Wetter. Zwar wird der Sommer derzeit seinem Namen tatsächlich gerecht. Dazu kommt, dass die Schulferien am Laufen sind. «Ein einzelner schöner Tag reicht aber nicht», sagt Badileiter Urs Fischer. «Erfahrungsgemäss brauchen die Leute drei schöne Tage, bevor sie ins Schwimmbad kommen.»

Zwanzig Jahre in der Branche

Das Ehepaar Fischer will sich deshalb nicht auf die frisch sanierten Anlagen als Besuchermagnet verlassen. «Ich bin der Eventler», sagt Heidi Fischer. In den vergangenen zwanzig Jahren, als die Fischers für Schwimmbäder in Winterthur, Wuppenau und Wil zuständig waren, habe sie immer wieder versucht, ihren Gästen zusätzliche Attraktionen zu bieten.

Besonders wichtig sei dies in der verkorksten laufenden Saison. So finden morgen gleich zwei Anlässe statt, die man nicht in einer Badi erwarten würde. Am Nachmittag gibt es beim Kinderplanschbecken den «Gschichte-Egge» – und am Abend steht Country Line Dance auf dem Programm. Ein professioneller Tanzlehrer lädt zum Mittanzen ein. Schnupperkurse im Flaschentauchen – ebenfalls unter professioneller Leitung – sollen am Wochenende Besucher anziehen. «Da spielt es auch nicht so eine Rolle, wenn es regnet», sagt Heidi Fischer und lacht. Viele Anlässe, so einen der beiden Kajak-Events, ein Wettschwimmen oder einen Wasser-Sicherheitscheck, hätten sie aber auch schon absagen müssen. Schlicht, weil es sich aufgrund des miesen Wetters abgezeichnet hätte, dass sowieso niemand kommen würde. «Da sitzt du dann schon frustriert da», sagt Urs Fischer.

Hochzeit als Höhepunkt

Die Badesaison 2016 besteht für das Ehepaar Fischer aber nicht nur aus Rückschlägen. Bei einem Höhepunkt gerät Heidi Fischer sogar ins Schwärmen: «Am vorletzten Wochenende haben wir unseren frisch vermählten Bademeister Peter Pfister und seine Frau Gabriela zu einem speziellen Abend eingeladen.» Klar, dass dabei das ganze Team ins Wasser sprang. «Wann erlebt man das sonst?», fragt Heidi Fischer. «So machen wir halt das Beste aus dem Rest des Sommers.»

«Gschichte-Egge», 20. Juli, 15 Uhr. Country Line Dance, 20. Juli, 19. Uhr. Flaschentauchen, 23. Juli, 17.30-20 Uhr und 24. Juli, 9-12 Uhr, Eulachörgeler, 25. Juli, 19 Uhr. Auskunft unter 052 365 40 42.

Hochzeit am Wasser: Gabriela und Peter Pfister, Bademeister in Aadorf, feiern ihr Ja-Wort am Schwimmbecken. (Bilder: pd/Astrid Höfliger)

Hochzeit am Wasser: Gabriela und Peter Pfister, Bademeister in Aadorf, feiern ihr Ja-Wort am Schwimmbecken. (Bilder: pd/Astrid Höfliger)

Wasserballett einmal anders: Das Team der Badi Aadorf bildet für das Brautpaar einen Stern.

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