Ein Romanshorner im Seebachtal

Seit mehr als vierzig Jahren wirkt und lebt Markus Bauer in Hüttwilen. Als junger Lehrer übernahm er dannzumal auch die Leitung des Kirchenchors. Am Bettagsgottesdienst in der evangelischen Kirche gibt er ein weiteres Mal den Einsatz.

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Dirigent Markus Bauer ist auch langjähriger Organist. (Bild: pd)

Dirigent Markus Bauer ist auch langjähriger Organist. (Bild: pd)

HÜTTWILEN. Ja, er fühlt sich im Seebachtal heimisch. Der Romanshorner Markus Bauer kam 1973 als Junglehrer nach Hüttwilen, heiratete eine Einheimische, gründete eine Familie und blieb der Gemeinde treu. Als passionierter Musiker versieht er noch heute den Orgeldienst in der evangelischen Kirche.

Zwei Konfessionen – ein Chor

1974 führte er die beiden konfessionellen Kirchenchöre zusammen zum Ökumenischen Kirchenchor Hüttwilen und übernahm zeitgleich den Taktstock. Am eidgenössischen Bettag feiert er im Chor nun sein 40-Jahr-Jubiläum. Zwischen 2005 und 2009 sang er als Tenor, in allen anderen Jahren wirkte er als Dirigent. So ist es verständlich, dass er als mittlerweile pensionierter Lehrer das Dirigentenpult räumen möchte.

Markus Bauer gab dem Chor sehr viel. In seinen Proben konnte er die jungen und auch die vielen älteren Sängerinnen und Sänger begeistern. Er war fördernd, aber wenn es nötig war, auch fordernd. Ihm war das gesellige Beisammensein nach den Proben wichtig, ja ein Bedürfnis.

Sein Chor bereicherte unzählige Gottesdienste in der katholischen und in der evangelischen Kirche Hüttwilen. Dazu kommen Auftritte beim Ständli für die Älteren und bei Beerdigungen. Besonders in Erinnerung bleiben sicher die Hirtenmesse von Jan Jakub Ryba, die Jodlermesse des Toggenburgers Peter Roth und die Weihnachtskonzerte. Bei seinem Lieblingsstück, dem Halleluja von Händel, blüht er als Dirigent förmlich auf.

Durch Höhen und Tiefen

Der Musiker erlebte mit dem Chor aber nicht nur Höhen, sondern auch die durch die gesellschaftliche Entwicklung hervorgerufenen Tiefen. Die Älteren verstarben oder traten aus, und Jüngere waren kaum mehr zu finden. Singen lag nicht mehr im Trend, die Zeit nagte am Vereinsleben. Vor zwei Jahren fehlten dem Katholischen Kirchenchor Herdern die Männerstimmen. Es kam zur gelungenen Fusion der Kirchenchöre Herdern und Hüttwilen zum Ökumenischen Kirchenchor Hüttwilen/Herden. Dieser darf sich mit 40 Mitgliedern durchaus sehen und am kommenden Bettag auch hören lassen.

Mit Markus Bauer tritt ein Musiker-Urgestein von der Bühne ab, ein Vorbild, ein Mensch mit überdurchschnittlichem Engagement; ein Schulmeister der alten, aber sicher nicht veralteten Schule. Sein ausgezeichnetes Wirken verdient Dank, Respekt und grosse Anerkennung. (red.)