Ein Roboter saugt die Bassins sauber

Altersschwach ist der zehnjährige Reinigungsroboter des Frauenfelder Hallen-, Frei- und Sprudelbades geworden. Deshalb gibt's bald die «next generation» des Mariner-Navigators.

Mathias Frei
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FRAUENFELD. Einen gibt's im Hallen-, Frei- und Sprudelbad, der erst dann zu arbeiten beginnt, wenn alle anderen in den Feierabend gehen. Badleiter Andreas Frei spricht augenzwinkernd von «unserem fleissigsten Mitarbeiter». Und Fabrizio Hugentobler, Amtsleiter Jugend, Sport und Freizeit, rechnet schnell im Kopf aus, dass man ihn mit einem recht günstigen Stundenlohn aushalten kann. Die Gewerkschaft muss hier aber nicht intervenieren. Denn es geht um den gelben Reinigungsroboter der Badi.

Noch kein Roboterangriff

Seit zehn Jahren ist der Mariner, Modell Navigator, der Aargauer Firma 3s in den Frauenfelder Bassins im Einsatz, oft abends und nachts. Deshalb habe er auch noch nie einen Badegast angegriffen, sagt Badleiter Frei schmunzelnd. Dafür saugt er alles ein, was nicht schwimmt und sich deshalb auf dem Beckenboden absetzt. Im Freibad sind Laub und Sand das grösste Problem, im Hallenbad liegt der Fokus auf Pflästerli oder Kaugummis. Nacht für Nacht hat der alte Roboter seine 70 Zentimeter breiten Bahnen durch das Wasser gemacht.

750 Stunden im Freibad

Das Sportbecken beispielsweise hat er innert fünf Stunden saubergesaugt, 300 Quadratmeter in der Stunde. So ist er während der Freibadsaison jeweils auf 750 Nachtarbeitsstunden gekommen.

Aber der Mariner-Navigator ist in die Jahren gekommen. Nein, einen Kosenamen habe der Reinigungsroboter nicht. Der habe das Badi-Team in letzter Zeit zu oft «versecklet». Und dabei ist die Maschine gemäss Frei noch dieses Jahr in der Revision gewesen. Deshalb sind im Budget 2012 für einen neuen Roboter 30 000 Franken veranschlagt. Wenn es klappt, soll die Bestellung noch im Januar erfolgen, damit der gelbe Putzteufel spätestens im April zur Vorbereitung der Freibadsaison bereitsteht.

Maschine mit Navi-Gerät

Vom Mariner-Navigator II erhoffen sich Frei und Hugentobler viel. Der neue Roboter brauche für das Sportbecken gerade noch zwei Stunden, dabei filtere er 1200 Liter Wasser pro Minute. Gesteuert wird er wie schon der Vorgänger von einem elektronischen Kreiselkompass, einer Art Navigationssystem. So kann er völlig selbständig die Becken reinigen. Und weil der neue Roboter mit Niederspannung läuft, wäre nun auch ein Einsatz während der Öffnungszeiten für die Badegäste ungefährlich.