Ein Riesenschiff wird kommen

SIRNACH. Der Füürlizapfen für die Sirnacher Fasnacht hat die Masse eines Ungetüms. Die traditionelle Fasnachtsfigur ist diesmal ein Piratenschiff. Am Umzug vom 9. Februar ist es die Attraktion. Sein Untergang ist so gewiss wie das Ende der Fasnacht.

Maya Heizmann
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Ein Koloss nimmt Gestalt an: Marcel Hollenstein und Marco Ochsenbein beim Bau des Füürlizapfens. (Bild: Maya Heizmann)

Ein Koloss nimmt Gestalt an: Marcel Hollenstein und Marco Ochsenbein beim Bau des Füürlizapfens. (Bild: Maya Heizmann)

Der Füürlizapfen 2013 ist mit seinen zwei Tonnen kein Leichtgewicht, und die Masse des Ungetüms sind beträchtlich; mit einer maximalen Höhe von 8, 7 Metern und einer Breite von 3, 5 Metern ist er ein Riesenkoloss.

Schon seit November sind Marcel Hollenstein, Holzbaupolier aus Wängi, und Marco Ochsenbein, Speditionsleiter aus Sirnach, daran, die Figur und das Zubehör des Zapfens zu bauen. Die beiden Fachmänner kennen sich mit dem Bau des Zapfens bestens aus.

Erfahrene Konstrukteure

Seit 19 Jahren fügt Marco Ochsenbein die Zapfenkonstruktion zusammen, Marco Hollenstein ist seit acht Jahren dabei. Zuerst erstellte Marcel Hollenstein eine computerunterstützte technische Zeichnung des Ungetüms. Unter CAD (computer-aided design) versteht man ein rechnerunterstütztes Konstruieren, die Pläne reichen vom Entwurf bis zur Konstruktion. Das Motto an der diesjährigen Sirnacher Fasnacht (SiFA) lautet «Piraten».

Das Schiff wird an der Eröffnung der SiFA, am Schmutzigen Donnerstag vom 7. Februar, erstmals zu sehen sein. Wobei die ganze Konstruktion und Dimension des Füürlizapfens erst am Umzug vom Samstag, 9. Februar, dem Narrenvolk präsentiert wird.

Der Bau des ganzen Zapfens mit Schiff, Schatztruhe und dem Zapfenturm wird in der Werkhalle einer Holzbaufirma in Schwarzenbach erstellt. Dabei werden um die 80 Quadratmeter Holzhartfaserplatten benötigt. Die Materialkosten in der Höhe von 1500 Franken werden gesponsert. «Bis zur Fertigstellung des Zapfens brauchen wir um die 300 Arbeitsstunden», sagen die beiden Konstrukteure.

Die beiden Fachmänner werden von einigen SiFA-Vorstandsmitgliedern unterstützt, doch die Hauptarbeit leisten Marcel Hollenstein und Marco Ochsenbein. Bereits sind das Schiff und die Schatztruhe fertiggestellt. Nun formen Marcel Hollenstein und Marco Ochsenknecht mit Streifen von Hartfaserplatten das Gesicht des Zapfens. Zur Formgebung befestigen sie Drahtgitter und verkleiden das Ganze zuletzt mit Stoff. Nun fehlen noch die Malerarbeiten, die das Gesicht vervollständigen werden. «Für den Spezialtransport des grossen Füürlizapfens, der auf einem Tieflader liegt, braucht es eine Bewilligung von den beiden Kantonen Thurgau und St. Gallen», erzählt Marcel Hollenstein.

Untergang mit Feuerwerk

Er wird selber das Ungetüm von Schwarzenbach bis nach Sirnach steuern. Der Zapfen weist dann eine Höhe von 4,7 Metern auf. Am Umzug in Sirnach wird er dank einer eingebauten Hydraulik auf 8,7 Metern ausgefahren. Mit der Verbrennung am Fasnachtsdienstag, 12. Februar, wird dem Füürlizapfen das letzte Stündlein schlagen. Der Untergang wird mit einem grandiosen Feuerwerk untermalt.

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