Ein Ranger für das Seebachtal

Im Seebachtal wird an Sonntagen zukünftig eine Aufsichtsperson unterwegs sein und für Ordnung sorgen. Zudem unterstützt der Natur- und Vogelschutzverein die Vernetzung der Wiesel, wie an der Jahresversammlung bekannt wurde.

Margrith Pfister-Kübler
Drucken
Teilen
Biologin Cristina Boschi und NVS-Präsident Sandro Bauer. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Biologin Cristina Boschi und NVS-Präsident Sandro Bauer. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

HÜTTWILEN. Zwei Themen haben die Jahresversammlung des Natur- und Vogelschutzvereins Seebachtal (NVS) dominiert. Einerseits unterstützt er das regionale Förderprojekt Weinland-Seerücken zur Vernetzung der einheimischen Wieselarten. Andererseits wird künftig eine Reservat-Aufsichtsperson – ein sogenannter Ranger – im Seebachtal unterwegs sein.

300 Franken für Förderprojekt

Biologin Cristina Boschi von der Stiftung Win Wieselnetz hat über die einheimischen Marderarten und das Wieselprojekt informiert. Weltweit gibt es 35 verschiedene Marderarten, und das Weinland-Seerücken-Gebiet gilt als ideal für das Vernetzungsprojekt. Dabei werden gesamtschweizerisch Lebensräume für die Wiesel geschaffen oder aufgewertet, was ein Aussterben verhindern soll. Deshalb unterstützt der NVS das regionale Förderprojekt mit jährlich 300 Franken. Dass es sich um ein interessantes Thema handelt, bewiesen die Hinweise von Mitgliedern auf lokale Bestände. Wiesel sind Raubtiere aus der Familie der Marder und fressen viele Mäuse, was wiederum die Landwirte freut.

NVS-Präsident Sandro Bauer – vor einem Jahr übernahm er das Präsidium als Retter in der Not – blickte auf ein Pflegeeinsatz-Jahr mit viel Freiwilligenarbeit in den Ressorts Vogelschutz, Amphibienschutz und Nistkastenkontrolle zurück. Einmal mehr ins Licht gerückt hat er das private Engagement der Stiftung Seebachtal. Um das Reservat Seebachtal besser zu schützen, wird in Zukunft sonntags ein Ranger für Ordnung sorgen. Gefragt für diesen bezahlten Job seien Zivilcourage, ein Draht zu den Leuten und ein «dickes Fell». Bauer sucht noch Interessenten.

Über 2000 Amphibien gerettet

Die Jahresgeschäfte gingen zügig über die Bühne. Die Rechnung 2015 schliesst mit einem Verlust von 1086 Franken. Präsident Sandro Bauer verwies auf ein spannendes Jahresprogramm 2016 und die Förderung von Naturwissen bei Jugendlichen. Lynne Stutz – seit 20 Jahren mit Freiwilligen zur Rettung der Amphibien im Einsatz – meldete, dass zwischen Nussbaumen und Hüttwilen 516 Tiere sicher zum Laichgewässer transportiert wurden. Beim Hasensee waren es 1504. Die Gesamtzahl der im 2015 geretteten Amphibien lag bei 2020, davon waren rund 1800 Erdkröten. Bei der ersten durchgeführten Wanderung vor wenigen Wochen wurden rund 600 Amphibien eingesammelt.

Mehr Informationen unter: www.nvseebachtal.ch