Ein Querschnitt zum Abschied

ESCHENZ. Der Männerchor Eschenz überzeugt an seiner Abendunterhaltung trotz anfänglicher Nervosität. Zum letzten Mal dirigiert Bernhard Greiner, er zieht sich nach 21 Vorstellungen zurück. Mit Peter Geuggis steht der Nachfolger schon bereit.

Peter Spirig
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Mitglieder des Männerchors Eschenz singen das Stück «Die kleine Kneipe» von Peter Alexander. (Bild: Peter Spirig)

Mitglieder des Männerchors Eschenz singen das Stück «Die kleine Kneipe» von Peter Alexander. (Bild: Peter Spirig)

«Wir sind alle etwas nervös», sagte Roland Götz, Präsident des Männerchores Eschenz, der am Samstag zur Unterhaltung in die Turnhalle eingeladen hatte. Dabei hatten die Männer mit «Halleluja, sing ein Lied» den ersten Beitrag gekonnt gesungen bereits hinter sich. Es handelte sich um jenen Beitrag, der beim Sängertag in Mammern ein «vorzüglich» erhalten hatte.

Götz sagte, dass es sich um einen besonderen Abend handle. Es war die 21. und die letzte Abendunterhaltung unter Dirigent Bernhard Greiner. Erstmals dirigierte er 1973. Vor zehn Jahren dann ein weiteres Mal. Gleichzeitig konnte Roland Götz den neuen Dirigenten begrüssen. Peter Geuggis aus Öhningen sass am Piano. Begleitet wurden die Sänger auch von Trompeter Bernhard Diehl.

Anekdoten in den Pausen

Greiner erwähnte, dass man einen Querschnitt durch 21 Abendunterhaltungen hören werde. «Mein Stil waren romantische Lieder und in letzter Zeit auch Schlager.» Kaum gesagt wurde «Einsames Glöcklein» gesungen. Danach folgte das «Ave Maria der Berge». Auch dieses wurde so schön gesungen, dass man sich auf die weiteren Vorträge freuen konnte. Die Pausen benützte Greiner, um aus seiner Schatzkiste der Erfahrungen zu berichten. Zu erfahren war, dass man immer wieder gerne an gesanglichen Wettkämpfen teilgenommen habe. Einen Kommentar eines Jurors habe er allerdings bis heute noch nicht verdaut. Im Bericht hiess es, dass den etwas naiven Anweisungen des Komponisten bestens Genüge getan wurde. Als schönstes Erlebnis erwähnte er, mit so vielen Mannen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung gemacht zu haben.

Schön war auch der zweite Teil des Konzertes. Sehnsucht und Meer standen im Zentrum. Spätestens bei «Die Gitarre und das Meer» sangen Gäste leise mit. Etwas lauter mitgesungen wurde bei «Seemann, deine Heimat ist das Meer». Unterhaltsame Lieder gab es auch im dritten Teil. Gesungen wurde nach «Ich zähle täglich meine Sorgen» auch «Mit sechsundsechzig Jahren». Vor diesem Lied habe er Respekt gehabt, war vom Dirigenten zu erfahren. Aber dank dem, dass der Chor auch jüngere Sänger habe, konnte das Tempo gut gehalten werden. Am Schluss hörte das Publikum «Die kleine Kneipe», ein Erfolgslied von Peter Alexander aus dem Jahr 1975. Der grosse Applaus war der verdiente Lohn.

Feier am 29. Juni

«Der Männerchor hat eine gute Zukunft», sagte Greiner, «doch die Traumzeiten mit über 40 Sängern sind vorbei.» Daher Greiners Frage ans Publikum, ob man denn nicht mitmachen möchte; «in erster Linie die Männer unter ihnen». Der Abschied fällt Greiner nicht leicht. Doch noch hat er Zeit. Endgültig Abschied gefeiert wird am 29. Juni mit einem Konzert in der Eschenzer Kirche.

Gekonnt gespielt wurde auch der Zweiakter «Schwaarzer Schnee». Regie führte Regula Wuffli. Eine Rolle spielte die ungeliebte Hofabfuhr und die Suche nach dem besten Schwiegersohn für die Tochter, die sich nach der Rückkehr den Erstbesten angelte – mit dem aber auch die Freundin anzubandeln versuchte. Mittendrin ein Frauenheld, eine lebhafte Plaudertante, ein «Easy-Rider», der vom «schwaarzen Schnee» träumte, und der Wunsch nach dem Traktor mit Schleudersitz.

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