Ein Picknick im Kaisergarten

SALENSTEIN. Eine Zeitreise durch die Parkanlagen des Napoleonmuseums: Am Wochenende fand ein kaiserliches Gartenfest wie vor 150 Jahren statt. 1000 Besucher genossen Konzerte und Kutschenfahrten auf dem Arenenberg.

Margrith Pfister-Kübler
Merken
Drucken
Teilen
Bewunderung für den Schmuck von Nathalie Leu aus Salenstein: Ein Erbstück von ihrer Oma aus Basel. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Bewunderung für den Schmuck von Nathalie Leu aus Salenstein: Ein Erbstück von ihrer Oma aus Basel. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Damen in Empirekleidern und mit schicken Hauben auf dem Kopf, die Herren in Kniebundhosen: Unter freiem Himmel breiteten sie ihr Picknick mit Süssigkeiten und Sekt aus und zogen so die Blicke auf sich. Am Wochenende fand auf dem Schloss Arenenberg ein kaiserliches Gartenfest statt. Es lockte Besucher von nah und fern an – sogar Landwirte aus Japan waren vor Ort und liessen sich von Ruedi Huber vom Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg durch die Parkanlage führen.

Lob für Hut und Schmuck

Sätze wie «Ich will auch mit der Kutsche fahren, ich will auch Schiffli fahren lassen im Parkweiher, ich will den Schuss über den See üben», waren am Wochenende rund um das kaiserliche Gartenfest von den jungen Besuchern zu hören. «Super, wie Kinder hier von Aktivität zu Aktivität hüpfen können», lobten Besucher aus dem Aargau. Komplimente gab es für den kaiserlich-schönen Hut von Nathalie Leu aus Salenstein und für ihren Schmuck: ein Bildnis von Napoleon II., eingefasst in Elfenbein. «Ein Erbstück von Oma Kieser aus Basel», erklärte sie. Von Museumsführer Ruedi Buzek liess sich die SP Steckborn und Diessenhofen in die historischen Hintergründe einweihen. Überall bot sich das Bild von fröhlichen Menschen an diesem Garten- und Museumsfest. Gelobt wurden auch die Arenenberger Weine. «Es Halbeli meh mags scho no liide», meinte so mancher Weinkenner.

Dominik Gügel, Direktor des Napoleonmuseums, schätzte die Besucherzahl vom Samstag bei sommerlichem Kaiserwetter auf rund 500 Personen. Gestern Sonntag, wo sich Petrus misslauniger zeigte, auf ebenso viele. Rund tausend Besucher durften also Kreativität, Historisches, Park- und Gartenanlagen sowie Weindegustationen geniessen, aber vor allem standen Spass, Freude und Entschleunigung im Zentrum beim Einblick in frühere Zeiten.

Shoppen und Bummeln

Doch es gab auch kritische Jugendliche vor Ort: «Wieso spricht niemand von den Menschen, die bei den Kriegszügen von Napoleon ums Leben kamen?», fragten sie.

Anschauungsunterricht war im Museums-Shop und im Cinema geboten: «Komm, wir kaufen dem Opa eine Napoleon-Krawatte», lockte eine ältere Dame ihre Freundin zum Shopping. Das Gartenfest zog nicht nur zahlende Besucher an, sondern auch spontane Gäste, die einfach durch die Anlagen bummelten.