Ein Park mitten in Matzingen

Auf der Luderwiese, im Spickel zwischen Bahnhof und Altholzstrasse, soll in den kommenden Jahren eine Parkanlage entstehen. Auch die Umgestaltung der unteren Altholzstrasse gehört dazu. Das Projekt ist 1,95 Millionen Franken teuer.

Mathias Frei
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Blick Richtung Arena, links die Kioskwirtschaft vor der Garage, rechts das Gebäude von Bauamt und Polizei. (Bild: Visualisierung: pd/PR Landschaftsarchitektur)

Blick Richtung Arena, links die Kioskwirtschaft vor der Garage, rechts das Gebäude von Bauamt und Polizei. (Bild: Visualisierung: pd/PR Landschaftsarchitektur)

MATZINGEN. Eine hundskommune Wiese ist sie heute, die Luderwiese im Zentrum von Matzingen. Das soll sich in den kommenden Jahren ändern – vorausgesetzt, dass die Matzinger Stimmbürger am 10. April an der Urne die zwei Botschaften zur Zentrumsgestaltung gutheissen. Gestern stellten Gemeindepräsident Walter Hugentobler und der zuständige Landschaftsarchitekt Paul Rutishauser die Pläne der Gemeinde vor. Die Zentrumsgestaltung umfasst nebst der Luderwiese auch die untere Altholzstrasse sowie in der Umgebungsgestaltung auch ein Projekt mit zwei Mehrfamilienhäusern eines Privaten hinter der Post.

Luderwiese: Was lange währt

Vor 19 Jahren erwarb die Gemeinde die Luderliegenschaft inklusive einer grossen Wieslandfläche. Ein Teil der Wiese wurde der Primarschule weiterverkauft, der Rest ist zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung verpachtet. Es sei nie Idee gewesen, das Land mit Mehrfamilienhäusern zu überbauen, um so eine möglichst hohe Rendite herauszuziehen, sagt Gemeindepräsident Hugentobler. «Wir wollten und wollen hier etwas für die Bevölkerung schaffen.» Über zehn Jahre nach dem Landerwerb, im Jahr 2009, wurden zwei Arbeitsgruppen (Verkehrsplanung und Zentrumsgestaltung) eingerichtet. Es folgte ein Bevölkerungsworkshop 2010. Und schliesslich resultierten aus einem Wettbewerb vier Gestaltungsvarianten. «Für uns war klar, dass wir uns an Ideen aus mehreren Projekten bedienen wollten», sagt Hugentobler.

Nun stehen die zu realisierenden Ideen fest. «Wir vom Gemeinderat sind überzeugt: Das ist eine gute Sache», sagt der Gemeindepräsident.

Ländlichen Charakter wahren

Primäres Ziel der Planung ist laut Architekt Rutishauser, die vorhandenen Qualitäten zu stärken, aufzuwerten und den ländlichen Charakter zu wahren. Für den Stimmbürger besteht die Zentrumsgestaltung aus zwei Botschaften. In einer ersten Etappe soll die Parkgestaltung realisiert werden. Die Kosten dafür betragen 1,1 Millionen Franken. Die Wiese soll laut Rutishauser erhalten, jedoch «aktiviert» werden. Das heisst: Es gibt eine kleine Arena in der Mitte, die verschiedenartig nutzbar ist, vom Apéro bis zur Theateraufführung. Das Terrain ist leicht ansteigend, durch kleine Betonmauern gibt es eine Terrassierung. Die Mauern dienen als Sitzelemente. Von der Arena gehen Verbindungen zum Bahnhof und zur Schule ab. Der Garagenbau hinter dem Ortsmuseum wird umgebaut. Geplant sind öffentliche WCs sowie eine Art Kioskwirtschaft, welche die Gemeinde verpachten will. Ein Weiher – laut Rutishauser ein Flachtümpel – bildet eine Wasserfläche. Die Wiese soll maximal dreimal jährlich gemäht werden. Es gibt bewusst keinen Rasen. Das planerisch verbindende Element stellt ein Weg dar. Dieser führt vom oberen Ende der Wiese über die Arena und entlang des Weihers über die Altholzstrasse zwischen den geplanten Mehrfamilienhäusern hindurch bis zur Post. Alle Wege sind behindertengerecht. Zudem werden Einzelbäume gepflanzt.

Tempo 30 bleibt

Die zweite Botschaft bildet die Sanierung und Umgestaltung der unteren Altholzstrasse. Kostenpunkt dafür: 850 000 Franken. Nebst der Sanierung erhält das Strassenstück beidseitig breite Randabschlüsse. Die Strasse wird nicht breiter, aber die «Funktionsräume» sind so klar definiert. Tempo 30 wird beibehalten. Zur Geschwindigkeitsreduktion sollen seitliche Parkfelder beitragen. Zudem erhält der Parkplatz vor der Kirche eine zweite Zu- und Wegfahrt.

Architekt Paul Rutishauser erläutert im Beisein von Gemeindepräsident Walter Hugentobler die Pläne. (Bild: Reto Martin)

Architekt Paul Rutishauser erläutert im Beisein von Gemeindepräsident Walter Hugentobler die Pläne. (Bild: Reto Martin)

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