Ein Neugieriger mit Zeit fürs Amt

Erwin Spring will am 3. März zum Präsidenten der Primarschule Matzingen gewählt werden. Der 63jährige ehemalige Personalchef kennt das Bildungswesen, aber auf einer anderen Stufe.

Markus Zahnd
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«Ich könnte der Gemeinde etwas zurückgeben», sagt Erwin Spring zu seiner Kandidatur. (Bild: Stefan Beusch)

«Ich könnte der Gemeinde etwas zurückgeben», sagt Erwin Spring zu seiner Kandidatur. (Bild: Stefan Beusch)

MATZINGEN. Für Erwin Spring ist es schlicht der richtige Zeitpunkt, um fürs Amt des Matzinger Primarschul-Präsidenten zu kandidieren. Denn früher hat er sich nie damit befasst, «ich hatte wegen der Arbeit keine Zeit für ein solches Amt». Seit zwei Monaten ist der 63-Jährige frühpensioniert und daran, «den Weg ins Rentnerleben zu finden». Da kam von Matzingen Aktiv die Anfrage, ob er sich das Präsidium vorstellen könne, gerade richtig. «Da habe ich mich erstmals mit dem Amt auseinandergesetzt.» Und er kam zum Schluss: «Das könnte ich, und das würde mir Spass machen. Zudem könnte ich der Gemeinde etwas zurückgeben.» Daher stellt sich Spring am 3. März als Nachfolger des zurücktretenden Markus Bischof zur Wahl – als einziger Kandidat.

Der Vater dreier erwachsener Kinder wohnt seit bald 30 Jahren in Matzingen und blickt auf ein abwechslungsreiches Berufsleben zurück. Zuerst machte Erwin Spring eine technische Ausbildung, ehe er die Handelsschule sowie ein Nachdiplomstudium im Personalmanagement absolvierte und bei der Firma Sulzer ins Personalwesen einstieg. Mit einigen Umwegen – unter anderem arbeitete er bei einem Flughafen-Dienstleister sowie in der Personalberatung – kam er vor zehn Jahren als Personalchef zur Zürcher Hochschule der Künste.

Parallelen zur Arbeit

Das Bildungswesen ist ihm daher nicht fremd, auch wenn er es auf einer anderen Stufe kennengelernt hat. Oder wie Spring es formuliert: «Die Aufgabe als Schulpräsident wäre für mich also neu, aber nicht ganz unbekannt.» Und Spring sieht auch Parallelen zu seiner früheren Arbeit. «Ich habe Erfahrung in der Personalführung, das wäre mir als Präsident von grossem Nutzen. Zudem ging es in meinen Jobs darum, sachorientiert zu arbeiten und Lösungen zu finden, die von allen getragen werden. Das ist auch in einer Schule so.» Von einer Schule hat er zudem klare Vorstellungen: «Eine Primarschule muss jedem Kind eine gute Grundausbildung bieten, um es für das weitere Leben vorzubereiten.» Dafür nötig sei in erster Linie ein funktionierender Lehrkörper. Darin sieht Spring im Falle einer Wahl eines seiner wichtigsten Ziele. «Die Behörde muss ein gutes Umfeld schaffen, muss für die Arbeit der Lehrer gute Voraussetzungen bieten.»

Mehr als 20 Prozent investieren

Spring ist sich bewusst, dass er eine gewisse Einarbeitungszeit brauchen würde. «Ich bin aber gewillt und neugierig. So würde ich auch Kurse besuchen, welche der Kanton anbietet.» Und eine der wichtigsten Voraussetzungen bringt er ohnehin mit: Zeit. «Das Amt ist etwa ein 20-Prozent-Job. Aber ich könnte auch mehr investieren.» Genau darum ist für Spring jetzt der richtige Zeitpunkt.