Ein neues Gleis für den Halbstundentakt

Um einen Halbstundentakt der Schnellzüge Kreuzlingen–Weinfelden ab 2018 möglich zu machen, muss die Bahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Berg und Kehlhof auf Doppelspur ausgebaut werden. Das verursacht Investitionen in Höhe von 85 Millionen Franken.

Kurt Peter
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Visiere beim Bahnhof Kehlhof künden den Doppelspurabschnitt an. (Bild: Nana do Carmo)

Visiere beim Bahnhof Kehlhof künden den Doppelspurabschnitt an. (Bild: Nana do Carmo)

BERG. Das Wachstum des öffentlichen Verkehrs bedingt teure Massnahmen. Eine davon ist der Doppelspurausbau zwischen Berg und Kehlhof. Denn auf diesem Abschnitt sollen ab Fahrplan 2018 die Schnellzüge Kreuzlingen–Weinfelden kreuzen. Es ist geplant, diese Verbindungen ab diesem Zeitpunkt im Halbstundentakt fahren zu lassen.

Das Projekt lag von Ende Januar bis Anfang März öffentlich auf und zeigt die verschiedenen baulichen Massnahmen. Die neue Doppelspur ist 4,8 Kilometer lang und erfordert Investitionen, die auf 85 Millionen Franken geschätzt werden. Die hohen Kosten würden durch umfangreiche Um- und Neubauten entstehen, erklärt Lea Meyer, SBB-Mediensprecherin.

Ausbau Bahnhof Kehlhof

So müssen auf der Neubaustrecke zahlreiche Bachdurchlässe und Wegunterführungen verbreitert werden. Zudem wird der Viadukt Bachtobel zurückgebaut und durch eine zweigleisige Dammschüttung ersetzt. Der Ausbau macht auch die Anpassung der bahntechnischen Anlagen wie Fahrleitung, Stellwerk sowie Bahnübergänge nötig. Dazu kommt der Einbau von zwei Weichen, der Neubau von Stützmauern und die Erneuerung des Ober- und Unterbaus des bestehenden Gleises. Ausgebaut werden muss auch der Bahnhof Kehlhof.

«Die Herausforderungen des Projekts bestehen in der anspruchsvollen Geologie mit potenziellem Rutschhang», ergänzt Lea Meyer. Das erfordere Sicherungs- und Entwässerungsmassnahmen sowie deren Überwachung. Ein anspruchsvolles Sicherheitskonzept und eine gründliche Bauplanung sind nötig, weil der Bau der Doppelspur neben dem laufenden Bahnbetrieb erfolgt. Die SBB rechnen mit einer Bauzeit von drei Jahren, wobei bergseitig das neue Gleis erstellt und danach das bestehende Gleis umgebaut wird. Der Baubeginn ist im April 2016 geplant.

Tiefer Beitrag dank Fabi

Der Kanton Thurgau muss einen Anteil von 1,3 Millionen Franken finanzieren. Diese Regelung beruht auf der vom Souverän im Februar 2014 angenommenen Neuregelung von Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (Fabi). Rund 300 Millionen Franken sind für Bahnprojekte im Thurgau bis 2019 vorgesehen.

Unter anderem reduzieren sich die Fahrzeiten der Schnellzüge zwischen dem Thurgau und Zürich um einige Minuten. Das führt neben dem Zeitgewinn für die Reisenden zu verbesserten Anschlüssen in den Knotenbahnhöfen Kreuzlingen, Romanshorn, Rorschach und Schaffhausen. Auf allen Bahnlinien ist der durchgehende Halbstundentakt im S-Bahnverkehr vorgesehen. Der Stundentakt der Schnellzüge Romanshorn–Weinfelden wird durch schnelle S-Bahnen zum Halbstundentakt verdichtet.

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