Ein Naturpark soll entstehen

FISCHINGEN. Der Damm beim Klosterweiher Fischingen ist schon alt und der Abfluss defekt. In Zukunft könnte dies zu Problemen führen. Die Gemeinde will nun den Weiherspiegel senken und einen neuen Bachlauf schaffen.

Vivien Steiger
Drucken
Teilen
Der Weiher neben dem Kloster in Fischingen. Hier will die Gemeinde in die Natur eingreifen und ein Naherholungsgebiet schaffen. (Bild: Reto Martin)

Der Weiher neben dem Kloster in Fischingen. Hier will die Gemeinde in die Natur eingreifen und ein Naherholungsgebiet schaffen. (Bild: Reto Martin)

Die defekte Abflussleitung und der instabile Damm des Klosterweihers Fischingen könnten in Zukunft zu Problemen führen. Dies soll im Rahmen des Projekts «Bachöffnung Mülitalbach und Aufhebung Klosterweiher» behoben werden.

Der Damm vom Klosterweiher ist alt und nicht mehr sehr stabil. «Es wären grosse Unterhaltsarbeiten notwendig, um die Sicherheit weiterhin zu gewährleisten», sagt Willy Nägeli, Gemeindeammann Fischingen. Unter anderem müsste der Damm abgedichtet sowie eine Ableitung und eine Hochwasserentlastung gebaut werden. Durch eine direkte und weitgehend offene Ableitung des Mülitalbaches entlang des natürlichen Talweges zur Murg wird diese Gefahr gebannt. Grobes Treibholz soll schon vor dem jetzigen Klosterweiher an einem Pfahlrechen zurückgehalten werden, feineres Schwemmholz und Geschiebe wird soweit möglich zur Murg durchgeleitet.

Naherholungsgebiet

«Die Ziele des Projektes sind hauptsächlich, die defekte Leitung sinnvoll zu ersetzen und ein Naherholungsgebiet für die Bevölkerung oder Touristen zu schaffen», erklärt Willy Nägeli. «Im Kloster übernachten oft Gäste; ein abendlicher Spaziergang entlang des Baches stelle ich mir als eine lauschige Angelegenheit vor», so der Gemeindeammann weiter. Der bestehende Klosterweiher wird auch heute von Spaziergängern rege genutzt.

In Zukunft sollen vermehrt Sitzmöglichkeiten und begrenzte Zugänglichkeit zum Wasser gewährleistet werden. Die Attraktivität soll durch die Kombination von fliessendem und stehendem Wasser mit vielfältiger Ufervegetation erhöht werden.

Laich- und Nistplätze

«Das Naturschutzgebiet beim Klosterweiher ist jetzt schon ein sehr wertvoller Naturraum», sagt Tobias Buser, Projektmitarbeiter Fröhlich Wasserbau. «Diesen wollen wir durch nachhaltige Eingriffe (Renaturierungsarbeiten) erhalten und aufwerten.» Es sollen unter anderem Laichplätze für Amphibien und Libellen entstehen und bei der Bachöffnung Lebensräume für Kleinlebewesen wie Insektenlarven. Ausserdem ist eine Durchforstung geplant, bei der ein gestufter Waldrand geschaffen wird, der für Vögel zum Brüten wertvoll ist.

Ein Teil des Astmaterials kann im Wald zu Haufen aufgeschichtet werden. Dickere Rundhölzer werden an zwei bis drei gut besonnten Stellen zu Holzbeigen aufgeschichtet und dienen so unter anderem als Nistgelegenheiten für Wildbienen. «Da das Wasser im Weiher kühl ist, kann unter Umständen in Zukunft die sehr seltene Geburtshelferkröte wieder auftauchen», erklärt Tobias Buser abschliessend.

Baubeginn dieses Jahr

«Im Winter 2012/2013 erfolgten einige forstliche Massnahmen als Vorbereitungsarbeiten», sagt Willy Nägeli. Das Projekt liegt noch bis zum 4. April öffentlich in der Gemeindeverwaltung Fischingen auf.

Der Baukredit wird am 30. Mai an der Gemeindeversammlung vorgelegt; anschliessend soll so bald wie möglich mit den Bauarbeiten begonnen werden. Der Kostenvoranschlag liegt bei etwa 435 000 Franken. Die Gemeinde Fischingen wird rund 183 000 Franken übernehmen. Auch der Verein Kloster Fischingen sowie der Bund und der Kanton unterstützen das Projekt finanziell.

Aktuelle Nachrichten