Ein Nachmittag mit Bond

Nicht James Bond, sondern Andrew Bond verzauberte die Kinder in Steckborn. Der bekannte Kinderlieder-Macher trat in der katholischen Kirche auf.

Hans-Joachim Eckert
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Andrew Bond schreibt nach dem Konzert Autogramme. (Bild: Hans-Joachim Eckert)

Andrew Bond schreibt nach dem Konzert Autogramme. (Bild: Hans-Joachim Eckert)

STECKBORN. In der katholischen Kirche Steckborn ist es am Samstagnachmittag ungewohnt lärmig. Etliche Kinder haben sich vor der Treppe zum Altar versammelt. Sie sind voller Erwartung. Ein Mann in Jeans, Strickjacke und Turnschuhen huscht zum Keyboard, das vor dem Altar steht, und spielt die ersten Töne. Alle verstummen. Andrew Bond beginnt sein Konzert und zieht die Kinder sogleich in seinen Bann. Er begrüsst das Publikum mit einem «Hallo Chind, hallo Vätere und hallo Müettere».

Seine Bühnenausstattung vor dem Altar ist minimalistisch. Ein Keyboard, eine Gitarre und ein Hocker sind alles, was Bond braucht. Seine Vorstellung lebt von seiner Person. Er gestaltet sie aktiv, lebendig und pantomimisch. Es ist eine Art Animation, mit der er das Publikum – Kinder und Erwachsene – in seine Vorstellung einbezieht. Es beginnt mit dem Lied «3mal Bein, 3mal Knie, 3mal Bauch». Gross und klein klopft sich auf die besungenen Körperteile und singt mit.

Auf musikalischer Weltreise

Andrew Bonds Texte haben die Jahreszeiten, Tiere und fremde Länder zum Thema. In seinen Liedern erzählt er Geschichten für Kinder und Erwachsene ebenso. Er nimmt sie mit auf eine musikalische Weltreise in mehreren Sprachen. Besonders lustig für alle ist, dass sie in einer Sprache singen dürfen, die nur wenige können: nämlich «Züridütsch». Die musikalische Reise endet nach dem Besuch bei der «brüllenden Affenbande» mit der fröhlichen Rückreise übers Meer. Der Abschluss ist fast so wie der Anfang mit «3mal Bein, 3mal Knie, 3mal Po». Heftig wehren sich die Zuschauer gegen ein Ende der Vorstellung und verlangen nach einer Zugabe.

Kirche voll Leben

In der sachlichen und schlichten Kirche verbreitet sich eine fröhliche, lebhafte und gelöste Stimmung. Andrew Bonds Lieder beinhalten eine Botschaft: gute Laune. Gute Laune und eine Kirche voll Leben hatte sich auch die Katholische Kirchgemeinde, die das Konzert veranstaltete, gewünscht, sagt Judith Brüllhardt, die Seelsorgerin der Gemeinde.

«Meine Liederkultur ist eine Beteiligungskultur», sagt Andrew Bond. Er beziehe das Publikum in sein Programm ein und beteilige es. Den Ablauf einer Vorstellung bereite er immer vor, aber meist entstünde dann beim Konzert viel Improvisation durch und mit dem Publikum, sagte er.

Im Anschluss signiert er noch geduldig seine verkauften CDs und gab Autogramme. Für jeden hat er dabei ein nettes Wort.

Abt Martin Werlen zu Besuch

Das Andrew-Bond-Konzert fand im Rahmen der diesjährigen Feierlichkeiten zum 50-Jahr-Jubiläum der Katholischen Kirchgemeinde Steckborn statt. Die Seelsorgerin freut sich bereits auf die nächste Veranstaltung im April. Dann wird Abt Martin Werlen aus Einsiedeln zu Gast sein.

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