Ein musikalisches Experiment

GACHNANG. Ein aussergewöhnliches Konzertereignis fand gestern nachmittag in der evangelischen Kirche in Gachnang statt. Das Zusammenspiel von Alphorn, Orgel und Stimme ist selten zu hören.

Christine Luley
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Margarita Möri und Christina Glaus werden von den Bläsern Michael Weber und Fredy Schnyder und der Organistin Gisela Stähli begleitet. (Bilder: Christine Luley)

Margarita Möri und Christina Glaus werden von den Bläsern Michael Weber und Fredy Schnyder und der Organistin Gisela Stähli begleitet. (Bilder: Christine Luley)

Eine virtuose Organistin, zwei Sängerinnen mit starker Stimme, zwei Männer mit Alphörnern: Die Zusammenstellung ist ungewöhnlich, ebenso ungewöhnlich gut präsentierten sich die Interpreten und Interpretinnen. Margarita Möri stellte gemeinsam mit ihrer Tochter, der Organistin Gisela Stäheli, das Programm unter dem Thema «Wenn Weihnachtsglocken klingen» zusammen. Die Bandbreite reicht von der Volks- und Unterhaltungsmusik bis zur leichten Klassik in Vokal- und Instrumentalbesetzung.

«Gespannt, wie es gelingt»

Alphorn, Orgel und Gesang, wie passt das zusammen? Fredy Schnyder und Michael Weber von der Alphorngruppe Sonnenberg reizte die Herausforderung. «Ich bin gespannt, wie das Zusammenspiel gelingt», verrät Fredy Schnyder vor dem Konzert. Weil das Musizieren mit dem Alphorn nur mit Naturtönen möglich ist, bearbeitete Möri die entsprechenden Stücke. «Heilig, heilig heilig» von Anton Wicky nach einem Motiv von Franz Schubert klingt schlicht und erhaben.

Glocken in Variationen

«Wenn d'Glogge lüüte» von Marie-Theres von Gunten ist eigentlich dreistimmig. Weil da aber nur Margarita Möri und Christine Glaus sind, übernimmt die Organistin den Part der Glocke und überrascht mit ihrer schönen Altstimme. Gisela Stäheli bringt «Carol of the bells» auf dem Piano zum Klingen. Das Stück basiert auf einem ukrainischem Volkslied und geht auf die alte slawische Legende zurück, dass zur Geburt Jesu alle Glocken auf Erden in ihrem eigenen Akkord zu läuten begannen.

Der Schlager «Die Sterne der heiligen Nacht» erlebt in der Fassung mit dem Alphorn und der Orgel eine Uraufführung. Der begeisterte Applaus nach dem Konzert zeigt, das musikalischen Experiment ist geglückt.

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