Ein Mann fürs saubere Wasser

KALTENBACH. Hanspeter Müller gibt nach 50 Jahren Einsatz für die Wasserversorgung der Politischen Gemeinde Wagenhausen seinen Job auf Ende Jahr ab. Müller lernte schon als Bub, wie kostbar Wasser ist.

Margrith Pfister-Kübler
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Auch das Laub muss man wegfegen: Hanspeter Müller vor dem rund 100 Jahre alten Reservoir Kaltenbach. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Auch das Laub muss man wegfegen: Hanspeter Müller vor dem rund 100 Jahre alten Reservoir Kaltenbach. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Hanspeter Müller steht mit dem Besen vor dem Reservoir Kaltenbach. «Ich habe das Reservoir stets auch gern geputzt, damit alles funktioniert.» Reservoir putzen, Brunnenstuben putzen. Dreckig es es ja nicht, «aber es hat Sand in den Röhren, den muss man rausputzen, dann den Stöpsel wieder draufsetzen. Fertig. Das Laub muss man auch wegfegen», sagt er und verfällt in Begeisterung für diesen Job für die Wasserversorgung, der auch Ausflüge mit der Kommission und geselliges Zusammensein mit sich brachte. Mit einer Mischung aus Sorge ums Wasser und einer gewissen Rigorosität wettert er gegen unnötigen Wasserverbrauch, dem er «veschludere» sagt. Im Sommer Rasen mähen und nachher bewässern, hält er für einen absoluten Blödsinn. Ohne Wasser kann die Welt nicht existieren, betont der Mann, der ein halbes Jahrhundert alle Regeln pro Wasser einsetzte.

Ein halbes Jahrhundert

Auf Ende Jahr habe Hanspeter Müller nun seinen Rücktritt erklärt, sagt Gemeindeammann Harry Müller; sein Bedauern ist tief spürbar. Seit 1961 war Hanspeter Müller zuerst für die Wasserkorporation Kaltenbach/Wagenhausen und ab 1995 – nach der Bildung der Politischen Gemeinde – für die Wasserversorgung der Politischen Gemeinde Wagenhausen tätig.

Ein halbes Jahrhundert – immer im Nebenamt – war Hanspeter Müller offiziell in den Funktionen Werkkommissionsmitglied, Rechnungsführer und Betriebswart dafür mitverantwortlich, um das Wasser einwandfrei fliessen zu lassen, würdigt der Gemeindeammann einige der Verdienste des Wasserexperten.

Das Wasser respektive die Wasserversorgung begeistert den 73jährigen Hanspeter Müller noch immer. Mit seinem Dorf und der Wasserversorgung ist er auf besondere Art verwurzelt, überall gibt es Dinge und Begebenheiten, die mit seiner Geschichte zu tun haben. Schon als Bub war er in diese Aufgaben involviert. «Ins Wasser bin ich durch meinen Vater gekommen; er war Kassier der Wasserkorporation Kaltenbach-Wagenhausen, dazu gehörte auch die Wartung des Reservoirs», erzählt Hanspeter Müller.

Vom Vater zum Sohn

Es dürfte nicht mehr viele Menschen geben mit seinen tiefen Fachkenntnissen. Von Beruf Postangestellter, hat er nach der Lehre zuerst in Zürich gearbeitet. «Als im April 1961 mein Vater starb, kam ich zurück, um meiner Mutter und den zwei kleinen Geschwistern beizustehen. Zum Glück bekam ich in Steckborn eine Stelle als Briefträger und im 1963 in Stein am Rhein», blendet er zurück und fügt an, dass man ihn gleich fragte, ob er das Kassieramt der Wasserkorporation Kaltenbach-Wagenhausen von seinen Vater übernehmen wolle. Natürlich wollte er. In die Buchhaltung war selbstverständlich Ehefrau Marianne involviert, bestätigt der dreifache Vater.

Gut gepflegt und ausgebaut

Was sich so alles tat in all den Jahren, begeistert Hanspeter Müller noch immer. «Wir haben Wasser gesucht und diverse Probebohrungen in Rheinklingen, dort beim Tennisplatz, gemacht», sagt Müller. Dann erzählt er vom Rheinklinger Reservoir im Wald, vom Hochreservoirbau, vom Grundwasser, vom Zusammenschluss der drei Wasserversorgungen im Dezember 1999. Damals gingen Unterhalt und Finanzkontrolle in die Hände der neuen Politischen Gemeinde über. «Wir übergeben die Wasserversorgung praktisch schuldenfrei», hatte damals Kassier Hanspeter Müller betont.