Ein Mann für alle Märkte

Im Greuterhof findet am Wochenende ein Kunst- und Genussmarkt statt. Der Markt, der vor sechs Jahren entstanden ist, hat sich zum Geheimtip entwickelt und ist mittlerweile so gross wie die Martini Messe – Dank Gründer Max Wellauer.

Elisabeth Reisp
Merken
Drucken
Teilen
Emsiges Treiben soll hier im Greuterhof von Freitag bis Sonntag herrschen. (Bild: Nana do Carmo)

Emsiges Treiben soll hier im Greuterhof von Freitag bis Sonntag herrschen. (Bild: Nana do Carmo)

ISLIKON. Die Stiftung Greuterhof kämpft nach wie vor ums Überleben. «Wir müssen uns jeden Tag aufs Neue nach der Decke strecken», sagt Stiftungspräsident Jörg Müller. Um den Greuterhof immer wieder ins Gedächtnis der Leute zu rufen und dessen Cachet zu zeigen, organisiert die Stiftung vier grosse Anlässe pro Jahr. Einer davon ist der Greuterhofmarkt. «Mit dem Markt haben wir die Möglichkeit, den Besuchern fast alle der ehrwürdigen Räume zu zeigen», sagt Müller. Der Markt wurde extra als Rundlauf angelegt, sodass man möglichst jeden Raum besichtigen kann.

Eine Erfolgsgeschichte

Die Idee, einen Weihnachtsmarkt – das war er ursprünglich – zu organisieren, hatte Max Wellauer vor sechs Jahren. Der Präsident der Landi hat darin einschlägige Erfahrung. Er gründete den Bauernmarkt auf Schloss Wellenberg, welcher später zum Mittelaltermarkt wurde. Er rief den Isliker Herbstmarkt ins Leben. Er ist der Mann für alle Märkte. So wurde unter seiner Federführung auch der Markt im Greuterhof eine Erfolgsgeschichte. Was mit 15 Ausstellern aus Islikon und Umgebung begann, ist heute ein Anlass mit 78 Ausstellern – und Warteliste. «Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir auswählen können», sagt Wellauer. Und dies macht der Chef gleich selbst. Auf anderen Märkten sieht er sich um, knüpft Kontakte und lädt auch schon mal einen Aussteller direkt ein. Normalerweise müssten sich die Aussteller jedoch bewerben. Er legt auf ein vielfältiges Angebot Wert, sodass es ein Genuss für Auge und Gaumen wird.

Etwa 10 000 Besucher werden in diesen Genuss kommen. So viele, dass zum ersten Mal Verkehrskadetten aufgeboten werden müssen.

Der Markt ist ein kleiner Geheimtip geworden. Vor allem Kunsthandwerk, aber auch Kulinarisches aus der Region wird den Besuchern vorgestellt. Zum ersten Mal ist auch eine Gastregion eingeladen. Im Wasserrad-Foyer des Greuterhofs werden Spezialitäten aus dem Unterengadin gezeigt. Aber nicht das Unterengadin um Scuol, welches man bereits von anderen Messen kenne, sagt Max Wellauer. Es ist die Region um Vnà, Ramosch und Tschlin. Darauf seien sie besonders stolz. Die Ausstellerliste aus der Gastregion macht neugierig und gluschtig: Nusstorten, Alpkäse, Schafsalsiz, Liköre, Bündnerfleisch, Bierfondue und mehr.

Mehr als nur ein Markt

Diese und andere Spezialitäten machen die Ausstellung zu etwas ganz Besonderem, findet Stiftungspräsident Müller. «Wenn es nach mir ginge, würde ich ihn Kunst- und Genussmarkt nennen», sagt Müller. Nur Greuterhofmarkt, das sei zu banal. Tatsächlich bietet der Markt in den ehrwürdigen Räumen den Besuchern ein ganz besonderes Ambiente. Über knarrende Holzböden flaniert der Besucher in verschiedene Zimmer mit dem Charme aus dem 18. Jahrhundert.

Max Wellauer (Bild: pd)

Max Wellauer (Bild: pd)