Ein Lichtblick im Milchmarkt

Im Zentrum der GV des Verbands Ostschweizer Viehhändler standen Weiterbildung, Direktzahlungen, Milchmarkt und tiefe Schlachtpreise.

Mario Tosato
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Die Referenten: Hansjörg Walter, Albert Brühwiler und Daniel Gerber. (Bild: Mario Tosato)

Die Referenten: Hansjörg Walter, Albert Brühwiler und Daniel Gerber. (Bild: Mario Tosato)

Gossau. Taufrisch konnte Daniel Gerber, Geschäftsführer der Branchenorganisation Milch (BO Milch), über die Entscheide des Vorstands berichten, der knapp 24 Stunden vor der Generalversammlung des Verbands Ostschweizer Viehhändler (VOV) tagte. Am meisten Freude löste die Mitteilung aus, dass der Milchpreis im A-Segment für die Monate April bis Juni von 65 um 3 Rappen je Kilogramm erhöht werde. Er begründete diese Preiserhöhung mit der positiven Preisentwicklung auf den internationalen Milchmärkten.

Für die Delegiertenversammlung der BO Milch habe der Vorstand für die Finanzierung des Milchstützungsfonds die Allgemeinverbindlichkeit beantragt, stellte Gerber fest. Er erklärte, dass der Vorstand 3,4 Millionen Franken welche aus der Butterlager-Entlastungsmassnahmen 2009 verfügbar seien, freigegeben habe. Zusammen mit den Butterherstellern werden insgesamt 6,8 Millionen Franken für den Lagerabbau investiert.

SBV für Versorgungssicherheit

«Direktzahlungen – nur noch Hobbybauern in der Schweiz» titelte Nationalrat Hansjörg Walter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV), sein Referat. Mehrfach betonte er, dass die Versorgungssicherheit und die produzierende Landwirtschaft bei der Weiterentwicklung der Direktzahlungen im Zentrum stehen müssen. Nach seiner Meinung gerät die Tallandwirtschaft unter Druck. Als Widerspruch sieht Walter die Abschaffung der Tierbeiträge. Bei der Biodiversität soll eine Qualitätsverbesserung erzielt werden. Sinnvoll bezeichnet er die Anpassungsbeiträge zu sozialverträglichen Massnahmen. Wichtig sei, dass der Budgetrahmen von 2,8 Milliarden Franken bleibe. Der Bauernpräsident glaubt, dass für gleich viel Geld zusätzliche Leistungen erbracht werden müssen. Mit den Vorschlägen des BLW zu den Direktzahlungen bestehe, die Gefahr, dass das Hobbybauerntum gefördert werde.

Der letzte Vortrag der Weiterbildungsveranstaltung hielt Christian Beglinger zum Thema «agate.ch».

Vieles bleibt ungelöst

Nach den Ausführungen von VOV-Präsident Albert Brühwiler müssen Viehhändler laut Tierseuchenverordnung jährlich sieben Stunden Weiterbildung ausweisen, um ihr Patent zu erneuern. Aus diesem Grund wurde die GV mit Weiterbildung ergänzt. Der Präsident wies auf den Schweizer Milchmarkt hin, wo weiterhin vieles ungelöst bleibe. Beim Nutzviehhandel spüre man die Auswirkungen der tiefen Milchpreise. Entsprechend tief sei auch der Preis für Tiere, wo 3000 Franken pro Tier bezahlt wurden. Spürbar sei auch der fehlende Export infolge der Streichung der Exportbeiträge.