Ein junger Klaviervirtuose

Die schönen Klänge des Klaviers und der Orgel faszinierten Moses Pirijok bereits mit vier Jahren. Heute tritt der Achtjährige vor Publikum und Kameras auf und ist Jungstudent im Mozarteum in Salzburg.

Aylin Erol
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Jungtalent Moses Pirijok (8). (Bild: pd)

Jungtalent Moses Pirijok (8). (Bild: pd)

FRAUENFELD. Selbstbewusst sitzt er im Anzug und mit Gel in den Haaren am Klavier. Mit Leichtigkeit spielt der achtjährige Moses Pirijok die Bach Sinfonia drei vor Publikum und laufenden Kameras bei Aeschbacher. Wie man sich nach einem Stück verbeugt, weiss der junge Thurgauer ebenfalls bereits. Sobald es aber darum geht, die Fragen von Aeschbacher zu beantworten, wird aus dem selbstbewussten Klaviervirtuosen ein ganz normaler, schüchterner Junge.

Hausunterricht bei der Mutter

Im Alter von vier Jahren hat Moses mit dem Klavierspiel begonnen. Mit sechs bestand er die Prüfung als Jungstudent am Mozarteum in Salzburg, weshalb seine Familie von Frauenfeld nach Salzburg zog. Im Geburtsort von Mozart, dessen Kompositionen er gerne spielt, besucht Moses Pirijok gerne klassische Konzerte zusammen mit seinen beiden Geschwistern. Alle drei werden zu Hause unterrichtet. Hausunterricht wäre, laut Mutter Sarah Pirijok, das Beste, um Moses nicht zu sehr unter Druck zu setzen. «Würde er normal zur Schule gehen, müsste er nach dem Unterricht Hausaufgaben machen, dann möchte er sicher Freunde treffen, und am Ende müsste er noch Klavier üben – das wäre reine Industriearbeit», sagt die Mutter.

Kein Wunderkind

Heute ist Moses Pirijok eine Ausnahmeerscheinung seines Faches. Problemlos spielt der Virtuose auf dem Klavier, dem Flügel und der Orgel grosse Werke und sogar Eigenkompositionen. «Ich übe fast jeden Tag», sagt Moses. Die Orgel ist eigentlich schwerer zu spielen als das Klavier, Moses gefällt diese, wegen des schönen Klangs, aber besser. «Für mich ist beides einfach», meint Moses. Seine Mutter mag den Begriff «Wunderkind» trotzdem nicht. «Moses fördert seine Begabung, indem er freiwillig viel übt», meint Sarah Pirijok. Sie werde ihren Sohn so lange unterstützen, wie es ihm Spass mache. «Ich möchte ihn auf keinen Fall unter Druck setzen», sagt die Mutter.

Mutter Sarah Pirijok spielt selbst Klavier. «Als er vier war, habe ich meine Hände auf seine gelegt und Klavier gespielt», sagt die Mutter. Er habe die Bewegungen wie selbstverständlich übernommen, wobei er jedoch immer aus dem Fenster sah. So lernte er die ersten Melodien auf dem Klavier zu spielen. «Manche Stücke kann er aber noch gar nicht, weil seine Hände zu klein oder zu wenig schnell sind», sagt Sarah Pirijok.

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