Ein Hoch auf den Ufluco!

Frauenfeld hat ein Verkehrsproblem. Wer schon einmal kurz nach 17 Uhr beim «Trauben» in der Erchingerstrasse stand und in die Zürcherstrasse einbiegen wollte, der weiss das nur zu gut.

Stefan Hilzinger
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Frauenfeld hat ein Verkehrsproblem. Wer schon einmal kurz nach 17 Uhr beim «Trauben» in der Erchingerstrasse stand und in die Zürcherstrasse einbiegen wollte, der weiss das nur zu gut. Viele Experten, viele Politiker und sonst noch viele andere haben sich bei der Lösung des Problems schon die Gehirne zermartert. Zum Glück präsentierte der Stadtrat diesen Herbst ein Mobilitätskonzept 2030. «Fortschritt entsteht aus Bewegung», sagt der Stadtpräsident dazu, und Stillstand ist bekanntlich Rückschritt.

Also immer schön mobil bleiben. So zeigt sich dann auch an anderer Stelle, wie fortschreitend unsere Stadt und die Region sind. Denn der Fortschritt hält ungebremst Einzug in der Hauptstadt und den Dörfern zwischen Lauchetal und Hochrhein. Er lässt sich nicht aufhalten, dieser Fortschritt. Denn niemand – so gut wie niemand – ist dagegen. Es gibt keine Petitionen, keine Antibewegungen, keine Leserbriefe schreibenden Bedenkenträger in der Sache. Denn der Fortschritt heisst: Unterflurcontainer, liebevoll Ufluco genannt.

Das ist ein ganz anderer Fortschritt als jährlich anderthalb Prozent mehr Verkehr: Er fällt nicht auf, stinkt nicht und macht keinen Lärm – und das Beste daran ist: Mit dem Ufluco verschwindet der ganze Unrat von der Bildfläche. Ab in den Untergrund damit. Keine aufgerissenen Säcke, keine Fleischverpackungen übers ganze Trottoir verteilt, keine verschmierten Joghurtdeckeli, die einem an den Schuhen kleben bleiben. Politiker nehmen dafür gern Geld in die Finger und können sich für einmal als wirkliche Saubermänner präsentieren.

Ja, und was ist nun die Lösung für den vielen Verkehr in Frauenfeld? In einem bisher unter Verschluss gehaltenen Anhang zum Mobilitätskonzept soll scheint's von einer Unterflurautobahn die Rede sein.

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