«Ein gutes Omen für den FCSG»

Jahrelang stürmte Alex Tachie-Mensah für den FC St. Gallen. Mittlerweile arbeitet er für das Thurgauer Unternehmen Kybun. Dass nun just dieses dem St. Galler Stadion den Namen gibt, ist für den Ex-Fussballprofi ein seltsames Gefühl.

Daniel Walt
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Alex Tachie-Mensah: «Der FC St. Gallen bewegt die ganze Ostschweiz.» (Bild: Stefan Schaufelberger)

Alex Tachie-Mensah: «Der FC St. Gallen bewegt die ganze Ostschweiz.» (Bild: Stefan Schaufelberger)

Herr Tachie-Mensah, wie haben Sie davon erfahren, dass Ihr aktueller Arbeitgeber Kybun dem Stadion Ihres Ex-Vereins den Namen gibt?

Alex Tachie-Mensah: Als ich am Mittwochmorgen ins Büro kam, sah ich ein Mail mit einer Einladung zu einer Sitzung. Dort wurden wir darüber informiert, dass Kybun auf nächste Saison hin die Namensrechte des Stadions erworben hat.

Was ging Ihnen in diesem Moment durch den Kopf?

Tachie-Mensah: Ich fand: Toll – das ist doch ein gutes Omen für die neue Saison des FC St. Gallen!

Sie stürmten jahrelang für die Ostschweizer. Vor diesem Hintergrund dürfte es für Sie ein spezielles Gefühl sein, dass die St. Galler Spieler schon bald nicht mehr in der AFG Arena jubeln, sondern im Kybunpark.

Tachie-Mensah: Ja. Ich gehe künftig Fussball schauen in einem Stadion, das so heisst wie das Unternehmen, für das ich tätig bin. Das ist irgendwie komisch – aber auf eine schöne Art.

Verfolgen Sie die Heimspiele des FC St. Gallen denn regelmässig?

Tachie-Mensah: Ich gehe meist ins Stadion, wenn der FC St. Gallen daheim spielt, ja.

Wo trifft man Sie denn jeweils an?

Tachie-Mensah: Das möchte ich nicht Tausenden von Menschen verraten. Ich freue mich zwar, wenn mich Leute erkennen und ansprechen. Und ich stehe dann auch gerne für ein Erinnerungsfoto zur Verfügung. Aber ich möchte nicht im Mittelpunkt stehen, wenn ich mit meiner Frau, meinen Kindern oder meinen Kollegen ins Stadion gehe. Ich will lieber als ganz gewöhnlicher Zuschauer den Match geniessen.

Zu geniessen gab es zuletzt wenig, der FCSG hat erneut eine schwache Rückrunde absolviert. Juckt es Sie manchmal in den Füssen, wenn Sie sehen, wie Ihre Nachfolger Chance um Chance vergeben?

Tachie-Mensah: Nein. Der Fussball hat sich stark verändert seit jener Zeit, in der ich aktiv war. Er ist viel schneller und intensiver geworden. Daher habe ich Respekt für alle derzeitigen Spieler. Zudem habe auch ich viele Chancen vergeben.

Nach der AFG sponsert nun bereits zum zweitenmal ein Thurgauer Unternehmen das St. Galler Stadion. Ein Indiz dafür, dass der FCSG tatsächlich ein FC Ostschweiz ist?

Tachie-Mensah: Auf jeden Fall. Der FCSG bewegt die ganze Ostschweiz. Ich habe es oft erlebt, dass ich von Menschen aus den verschiedensten Regionen der Ostschweiz auf meine Zeit beim Verein angesprochen worden bin – manchmal sogar im Ausland. Gerade auch deshalb würde es mich freuen, wenn künftig noch mehr Spieler aus der Ostschweiz gefördert würden beim FC St. Gallen.

Sie arbeiten bereits seit mehreren Jahren für das Roggwiler Unternehmen Kybun…

Tachie-Mensah: Ja. Aktuell bin ich zu 90 Prozent hier tätig, und zwar im Bereich Logistik. Ich bereite unter anderem Messeauftritte unseres Unternehmens vor.

Und wie sieht es fussballtechnisch aus, nachdem Sie bereits erste Trainer-Erfahrungen bei der AS Calcio in Kreuzlingen gesammelt haben?

Tachie-Mensah: Im Moment betreue ich kein Team, stehe aber bei den Senioren des SC Berg nach wie vor regelmässig auf dem Platz.

Und Sie sind dort sicherlich bester Torschütze…

Tachie-Mensah: Das weiss ich nicht einmal. Es geht mir um das Fitbleiben und den Spass auf dem Platz. Wer wie viele Tore erzielt, ist nicht wichtig.