Ein grosser Erfolg für die kleine Messe

Die «Petite messe solennelle» von Gioacchino Rossini gilt als eine seiner wichtigsten geistlichen Kompositionen. Der erweiterte Evangelische Kirchenchor Sirnach führte am Wochenende diese Messe zweimal auf. Beide Male war die Kirche voll besetzt.

Christoph Heer
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Ruth Peter dirigiert den Evangelischen Kirchenchor vor vollem Haus. (Bild: Christoph Heer)

Ruth Peter dirigiert den Evangelischen Kirchenchor vor vollem Haus. (Bild: Christoph Heer)

SIRNACH. Der erweiterte Evangelische Kirchenchor Sirnach – der bestehende Chor wurde durch einige Sängerinnen und Sänger aus der Umgebung bestückt – führte am Samstagabend und am Sonntagabend die 90minütige «Petite messe solennelle» von Gioacchino Rossini auf. Die evangelisch-reformierte Kirche füllte sich dabei beide Male bis auf den letzten Platz.

Während sich am Samstag um die 300 Konzertbesucher von den Klängen verzaubern liessen, strömten am Sonntag gar noch mehr in die Kirche, wonach mit einigen Stühlen der Platznot Abhilfe geleistet wurde.

Ist es heilige Musik?

Als Solisten traten Judith Graf (Sopran), Simone Hofstetter (Alt), Michael Nowak (Tenor), Walter Rüegsegger (Bass), Andreas Zwingli (Harmonium) und Barbara Müller-Hämmerli (Klavier) auf. Die musikalische Leitung hatte indes Ruth Peter inne. Es gelang ihr und ihrem Chor, ein hervorragendes Konzert aufzuführen. Sie leitet diesen seit 26 Jahren und bringt alle paar Jahre ein grösseres Werk zur Aufführung. Die Messe steht ihren äusseren Ausmassen und auch dem Namen nach in der Tradition der Missa solemnis, wurde aber dennoch vom Komponisten ironisch mit dem Attribut «petite» (klein) bedacht. Rossini schreibt dazu in einer ironischen Widmung an den «lieben Gott»: «Hier ist sie, die arme kleine Messe. Ist es wirklich heilige Musik (musique sacrée) oder doch vermaledeite Musik (sacrée musique)? Ich bin für die Opera buffa geboren. Du weisst es wohl. Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.»

Von Kyrie bis Agnus Dei

Den vielen Besuchern hat es augenscheinlich gefallen. Viele schlossen zu den kräftigen, melodiösen Chorals, aber auch zu den starken, klaren Solostimmen ihre Augen und genossen die Ruhe, welche die Kompositionen um «Kyrie» oder «Agnus Dei» versprühten. Bloss eine Besucherin hatte nach einer Stunde genug. Sie meinte auf Anfrage, es wäre ein absolut tolles Konzert, doch nach einer Stunde hätte sie genug davon gehört. Alle anderen saugten jeden einzelnen Ton bis zum Schluss auf und konnten so gutgelaunt das Wochenende beschliessen.

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