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Ein Gourmet im Wolfspelz

Thursicht
Olaf Kühne

M75. Wer denkt sich bloss so etwas aus? Als wäre der arme Wolf nicht schon genug gestraft, kriegt er nun auch noch einen Namen verpasst, welcher eher an einen Druiden aus «Star Wars» oder ein Formular der Steuerverwaltung erinnert. Klar, ist das Tier mies drauf. In der Blüte seiner Männlichkeit streift der Wolf quer durch den Thurgau – auf der Suche nach einem netten Weibchen und ab und an nach einem kleinen Imbiss. Beides kein leichtes Unterfangen in unserer zersiedelten Pseudonatur.

Doch was machen wir Menschen? Kein Mitleid mit dem Tier, sondern Sprüche wie «Hey, Du heisst jetzt M75. Ätsch!» oder «Das sind unsere Schafe, die dürfen nur wir schlachten.» Dabei müsste der Wolf doch wissen, dass der Thurgauer sein Fleisch in Konstanz kauft. So viel Integration dürfen wir nun wirklich erwarten. Schliesslich schleicht M75 schon über einen Monat durch den Kanton. Zugewandert aus dem Süden, als hätte er nicht mitgekriegt, wie deutlich die Thurgauer damals die Masseneinwanderungs-Initia-tive angenommen haben.

Woher wir das alles wissen? DNA-Spuren. Ernsthaft! Auch Biologen und Chemiker müssen schliesslich beschäftigt sein. Dank der Wissenschaft ist auch belegt, dass sich M75 inzwischen ennet der Grenze, im Kanton Zürich vergnügt, vielleicht sogar bereits in Deutschland. Würde passen. Haben doch unsere nördlichen Nachbarn derzeit mit den Grauen Wölfen eh alle Hände voll zu tun. Da passt dann auch der Appetit auf Lammspiesse wie die Faust aufs Auge.

Olaf Kühne

olaf.kuehne

@thurgauerzeitung.ch

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