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«Ein Flüchtling schenkte mir eine Perlenkette»

Nachgefragt

Die Frauenfelderin Samantha Zaugg hat jüngst den zweiten Platz beim Ostschweizer Kurzfilmwettbewerb erreicht. Ihr Film «Auf der Flucht» handelt vom afghanischen Flüchtling Akbar S. Im Februar 2017 lebte er noch mit 1300 anderen Flüchtlingen in einem verlassenen Bahnhof in Belgrad. Dann führte ihn sein Weg weiter, bis er im April in Paris auf der Strasse lebte und versuchte Asyl zu beantragen. Mit Kameramann Leonardo Biasio dokumentierte Zaugg Akbars Reise von Belgrad nach Paris.

Frau Zaugg, wie kam dieser Kurzfilm zu Stande?

Samantha Zaugg: Das Thema der Flüchtlinge beschäftigt uns in der Schweiz momentan sehr. Anhand der Medienberichte konnte ich mir die Situation nicht richtig vorstellen. Ausserdem arbeitete ich als Journalistin in den Regionalmedien und wollte mal etwas Anderes machen.

Wie sind Sie speziell auf Akbar S. gekommen?

Ich habe von dem Flüchtlingslager in Belgrad erfahren und die Reise ein halbes Jahr lang geplant. Ich wollte vor Ort versuchen Kontakt mit einem Flüchtling aufzunehmen, und habe mich für Akbar entschieden, da er gut englisch sprechen konnte.

Haben Sie noch Kontakt zu Akbar S.?

Ja wir haben noch Kontakt über Whatsapp. Er war mir sehr dankbar, obwohl ich ja eigentlich nichts für ihn getan habe. Er schenkte mir sogar eine teure Perlenkette, weil Gastfreundschaft in Afghanistan sehr wichtig ist. Ich wusste nicht, wie ich mich fühlen soll.

Hat sich die Situation im Güterbahnhof seit Februar verändert?

Es hat NGOs vor Ort, die versuchen die Leute durch den Winter zu bringen, aber ansonsten ist die Situation die Gleiche. Die serbische Regierung wollte den Bahnhof für einen Neubau räumen, aber wann weiss niemand.

Wie kam es dazu, dass Sie die Dokumentation beim Kurzfilmwettbewerb einreichten?

Ich wollte mein Werk präsentieren, für den Wettbewerb war es aber mit rund 23 Minuten Laufzeit zu lang. Deswegen reichte ich eine Kurzversion ein, die ich für den Wettbewerb erstellte.

Haben Sie für die Zukunft weitere Filmprojekte geplant?

Ich habe viele Ideen, es kommt immer darauf an, was finanziell und zeitlich möglich ist. Ich habe auch schon Geld in ein anderes Projekt investiert, das ich dann abbrechen musste. Aber die Themen Globalisierung und Migration sind mir sehr wichtig. (chr)

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