Ein Fest wie zu Napoleons Zeiten

SALENSTEIN. An der langen Nacht der Bodenseegärten nimmt auch das Napoleonmuseum teil. Das kaiserliche Gartenfest mit zahlreichen Attraktionen findet erstmals während zweier Tage statt und soll so ausgestaltet sein, wie es vor 150 Jahren war.

Kurt Peter
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Dominic Gügel und Daniel Brogle haben die ferngesteuerten Schiffsmodelle auch schon ausprobiert. (Bild: Kurt Peter)

Dominic Gügel und Daniel Brogle haben die ferngesteuerten Schiffsmodelle auch schon ausprobiert. (Bild: Kurt Peter)

«Wir veranstalten ein Gartenfest, wie es Napoleon III. bereits vor 150 Jahren gemacht hat», sagte Museumsleiter Dominic Gügel an der gestrigen Medienkonferenz, an der das Fest vorgestellt wurde. Das heisst: «Am 12. und 13. September gibt es ein ganzes Wochenende kaiserliches Gartenvergnügen». Und die Verantwortlichen haben sich einiges an Attraktionen, Informationen und Veranstaltungen ausgedacht. Die Besucher können daran teilnehmen oder auch einfach nur flanieren, sagte Gügel weiter, aber nur wer sich einen Eintrittsbändel besorgt habe, könne von den zahlreichen Angeboten profitieren. Bei Themenführungen und Kutschenfahrten entfalte das grüne Band rund um den Arenenberg seinen ganzen Zauber.

Tips vom Gärtnerteam

Der Landschaftspark ist an beiden Tagen Bühne und Spielwiese, Flaniermeile und Fotokulisse. Neben historischen Spielgeräten, welche die Geschicklichkeit herausfordern, dürfen kleine und grosse Freizeitkapitäne ferngesteuerte Schiffsmodelle durch das Fontänenbecken steuern. Am Samstag beginnt das kaiserliche Gartenfest um 10 Uhr mit der freien Besichtigung, um 11.30 Uhr findet ein Gedenkgottesdienst für die kaiserliche Familie statt.

Ein besonderes Angebot finden Garteninteressierte: Das Gartenteam des Arenenbergs unter der Leitung von Daniel Brogle berät die Besucherinnen und Besucher in den Schulgärten, sie geben Tips und Tricks für den eigenen Garten: «Hier stehen die Fachleute zur Verfügung, die auch die Parkanlagen pflegen und gestalten», sagte Brogle. «Die Besucher können alles Wissenswerte über Parkpflege und -gestaltung, aber auch über das Anlegen von Nutzgärten erfahren».

Feiern wie vor 150 Jahren

Zu Zeiten Napoleons III. sei der Gärtner auch der Hüter der Anlage gewesen, sagte Brogle. «Auch wenn der Kaiser ausser Haus war, der Gärtner kontrollierte bei jedem Wetter und wenn nötig zu jeder Tageszeit». In dieser Tradition wird am Samstag eine Nachtwanderung durch den Garten angeboten. «Aus Sicht des Gärtners können wir auf diese Weise viele Details aus der Geschichte erzählen und erläutern, wie und warum die Park- und Gartengestaltung entstand».

Das Team versuche dem Gartenfest vor 150 Jahren so nahe wie möglich zu kommen, sagte Gügel. Auf ein Feuerwerk werde verzichtet, doch die Beleuchtung der Anlagen verspreche attraktiv zu werden. Da zu einem kaiserlichen Fest auch Musik gehörte, finden in der Kapelle und vor dem Museum zwei Konzerte statt.

Die Gärten im Mittelpunkt

Die Führung «Zeitreise durch die Gärten», die Parkmusik und die Kutschenfahrten finden samstags und sonntags statt. Um 16.30 Uhr findet das romantische Abschlusskonzert vor dem Museum statt. Für nächstes Jahr verspricht Dominic Gügel viel: «Ohne zu viel zu verraten kann ich sagen, dass wir 2016 mit den Gärten Grosses vorhaben. Denn diese sind ein weiterer Baustein der Arenenberger Attraktionen und wir wollen sie in den Mittelpunkt rücken».

Detaillierte Informationen zum Programm des kaiserlichen Gartenfestes gibt es online unter www.napoleonmuseum.ch