Ein Dorfladen für Guntershausen

Am nächsten Donnerstag findet eine Infoveranstaltung über eine künftige Einkaufsmöglichkeit statt. Ist der Rückhalt in der Bevölkerung gross genug, um die «Genossenschaft Dorfmarkt» zu gründen?

Kurt Lichtensteiger
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Das ehrenamtliche Projektteam: Nadja Hasler, Kurt Sax, Ruth Haug, Hansueli Riesen, Andrea Müller, Sabine Vuilleumier. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Das ehrenamtliche Projektteam: Nadja Hasler, Kurt Sax, Ruth Haug, Hansueli Riesen, Andrea Müller, Sabine Vuilleumier. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

GUNTERSHAUSEN. Das Projektteam ist zuversichtlich, dass sich an der Informationsveranstaltung vom kommenden Donnerstagabend nicht nur zahlreiche Interessierte einfinden, sondern im weiteren Verlauf auch ausreichend Anteilscheine gezeichnet werden. «Bis jetzt sind bereits 15 Genossenschaftsanteile zu 400 Franken gezeichnet worden. Bis zum 25. September soll dann das Genossenschaftskapital mindestens 70 000 Franken betragen, dank Zeichnung von Anteilscheinen, Gönner- und Solidaritätsbeiträgen», sagt Sabine Vuilleumier, Leiterin des neunköpfigen Projektteams. Vorläufig genüge die Absichtserklärung zur Zeichnung eines Anteilscheins.

Umfangreiche Informationen

Laut Vuilleumier und Dorfverein-Präsident Thomas Herbst erhalten die Interessierten eingehende Informationen zum Stand des Projektes, zur Geschäftsidee, Beschaffung, Marketing und Organisation des künftigen Dorfmarktes. Dies ab 20 Uhr im Mehrzweckraum der Turnhalle, mit vorgängiger Besichtigung des Ladenlokals von 19 bis 19.45 Uhr an der Hauptstrasse 35.

Zahlen aus dem Businessplan werden dann bei dieser Gelegenheit bekannt gegeben. In manchen Sitzungen habe sich das ehrenamtlich tätige Projektteam mit der Realisierung auseinander- gesetzt. Finanziell sei dieses vom Gemeinderat Aadorf unterstützt worden. Auch die Landwirtschaftliche Genossenschaft Ettenhausen-Guntershausen befürworte und unterstütze die Idee eines Dorfmarktes. Der Genossenschaftsgedanke habe sich bewährt und erhalte zunehmende Bedeutung. Der Dorfmarkt soll Eigentum derjenigen sein, die einen oder mehrere Anteilscheine zeichnen.

Hohe Professionalität

Für hohes Sachverständnis bürgt nicht nur das Projektteam, dem Heinz Krucker, Beratung und Konzepte Detailhandel, zur Seite steht. Dieser hat schon den Dorfmarkt VitaPlus in Wuppenau aus der Taufe gehoben, andere Geschäfte erfolgreich aufgebaut und steht mit dem Dorfmarktzentrum Tobel in der Endphase. Für Guntershausen mit seinen 1500 Einwohnern sieht er gute Chancen. Der Dorfmarkt soll nicht nur eine Einkaufsgelegenheit sein, sondern auch für Begegnungen Raum bieten. «Ein Dorf ohne Laden hat keine Seele», sagte Krucker.

Zwei Jahre ohne Laden

Wer sich im Ort umhört, stösst fast überall auf Zustimmung. «Wir vermissen den Laden. Das Dorf soll wieder belebt werden. Man möchte sich treffen und wissen, mit wem man im Dorf lebt», sagten einige Frauen am Stammtisch. Man begrüsst die örtliche Nahversorgung, doch eine gewisse Skepsis bleibt, weil vor gut zwei Jahren der Volg gegenüber dicht machte. «Doch das ist nicht vergleichbar mit früher», wurde moniert. Wo sich bis 1997 bereits einmal ein Dorfladen befand, soll nun ein neuer Laden in frischem Kleid entstehen, mit einem Angebot von Gemüse, Früchten, Milchprodukten, Backwaren, einer Kaffee- und Spielecke sowie den nötigen Kühlzellen. Es sei aber zu hoffen, dass die Guntershauser die Einkäufe auch an Ort tätigen, wurde ergänzt.

Stefanie Huwiler, nun wohnhaft in Wallenwil, hatte in Guntershausen eine passende Wohnung gefunden. «Weil hier aber ein Dorfladen fehlt, haben wir anders entschieden», sagt die 24-Jährige. Wie weit sich die Solidarität und die Identifikation mit dem Dorf manifestieren, wird sich schliesslich am kommenden Donnerstagabend erweisen. Dann dürfte sich zeigen, ob weitere Realisierungsschritte unternommen werden oder die Landwirtschaftliche Genossenschaft Ettenhausen-Guntershausen einen anderen Mieter suchen muss.

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