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Ein Dorf stellt sich dagegen

Rund 40 Einwohner haben sich zu einer IG gruppiert, die sich gegen eine Handyantenne wehrt. Es wäre bereits die dritte im 1400-Seelen-Dorf. Der Mobilfunkbetreiberin Salt ist der Widerstand egal.
Samuel Koch

Die Opposition geht weiter. Seit kurzer Zeit existiert die «IG lebenswertes Thundorf» und bis heute haben sich darin knapp 40 Mitunterzeichnende zusammengeschlossen. Sie setzen sich gegen eine geplante Mobilfunkantenne von Salt beim Entsorgungsplatz zur Wehr.

Es wäre bereits die dritte, nach einer von Swisscom an der Hauptstrasse und derjenigen von Sunrise an der Morgenstrasse. «Die gesamte Gemeinde hat doch nur 1400 Einwohner», sagt IG-Initiant Dölf Küng verärgert. Er sei nicht per se gegen Mobilfunkanlagen, aber er begreife nicht, dass die geplante Antenne direkt neben einem Wohngebiet zu stehen kommen soll.

Anzahl Einwohner für Salt irrelevant

Für die Betreiberin Salt ist die Anzahl Einwohner «für die Auflagen nicht relevant», wie sie schriftlich verlauten lässt. Sie halte sich nebst den baulichen Auflagen an die Regeln aus Bundesbern. Das Einhalten der enthaltenen Strahlengrenzwerte sei nachzuweisen und werde von kantonalen Fachstellen überprüft. Zudem würden für Orte mit empfindlicher Nutzung wie etwa Wohn- oder Schulräume zusätzliche Grenzwerte gelten. Klar ist für Salt: «Die Umweltauflagen und Bewilligungsverfahren für Mobilfunkantennen in der Schweiz gehören zu den strengsten weltweit.» Dennoch verfolgt sie ihr Hauptziel: «Um unseren Kunden eine gute Netzabdeckung bieten zu können, sind Antennen unentbehrlich.» Denn Salt betreibe im unmittelbaren Umkreis von Thundorf «nur wenige Antennen». Zu weiteren Fragen wollte sich die Medienabteilung von Salt nicht äussern, ebenso wenig zum Vorvertrag mit der Gemeinde als Landeigentümerin oder dem Mietzins. Sie bestätigt zwar Einsprachen gegen die geplante Antenne, aber «der Fall ist nun vor dem Verwaltungsgericht Thurgau hängig». Denn fristgerecht ist eine Klage gegen die geplante Antenne eingegangen.

Die Aussagen von Salt sind Dölf Küng und den IG-Mitgliedern ein Dorn im Auge. «Strenge Vorschriften beim Strahlungsschutz sind ein einziger Schwindel», sagt Küng, der mit einem Strahlenmessgerät an verschiedenen Orten im Dorf Messungen durchgeführt hat. «Wir möchten von der Antenne beim Entsorgungsplatz nicht 24 Stunden am Tag <zwangsverstrahlt> werden», sagt er. Auch deshalb habe sich doch der Gemeinderat gegen den Salt-Standort an der Hauptstrasse nahe der neuen Schule gewehrt.

Infoveranstaltung mit zwei Referenten

Küng verteilt jedenfalls weiter Flyer im Dorf und sammelt Unterschriften gegen die geplante Handyantenne. Am 7. November laden sie zudem zu einer Infoveranstaltung im Schützenhaus. «Dort werden zwei erfahrene Gegner von Mobilfunkantennen über die Strahlung und den möglichen Schutz referieren sowie für Fragen zur Verfügung stehen», sagt Küng. Für Salt und andere Mobilfunkbetreiber hat er nicht viel übrig: «In ein paar Jahren werden sie von Schadenersatzklagen überhäuft, wie das schon beim Asbest der Fall war.»

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