Ein Dialog zwischen alt und neu

Die Bauarbeiten haben begonnen: Drei Wohnbauten werden die denkmalgeschützte ehemalige Stickereifabrik an der Frauenfelderstrasse in Münchwilen ergänzen. 35 Wohnungen sowie eine Ladenfläche werden entstehen.

Ives Bruggmann
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Ein anderer Blickwinkel: Die Rückseite des Bauprojektes.

Ein anderer Blickwinkel: Die Rückseite des Bauprojektes.

MÜNCHWILEN. Seit über 100 Jahren prägt das Backsteingebäude an der Frauenfelderstrasse das Gesicht Münchwilens. Und das wird es auch weiterhin tun. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde den Vorschriften entsprechend in ein Bauprojekt integriert. Das Baugesuch wurde bereits im vergangenen Dezember bewilligt. Anfang Oktober haben nun auch die ersten Arbeiten an der ehemaligen Aktienstickerei begonnen.

Abbruch und Sicherung

In den ersten Schritten steht der teilweise Abbruch und gleichzeitig die Sicherung der bestehenden Struktur an, wie Architekt Dario Viola verrät. Er ist mit seinem gleichnamigen Architekturbüro mit den Planungsarbeiten für dieses Projekt beauftragt worden. Bauherr ist die Investthree AG mit Sitz in Wil. Sofern alles nach Plan läuft, wird die Bauphase im Februar 2017 abgeschlossen sein. Entstehen werden drei zusätzliche Wohnbauten, die das geschützte Gebäude ergänzen. Im Erdgeschoss werden rund 1600 Quadratmeter Ladenfläche vermietet werden können. Womöglich wird ein Detailhandelsunternehmen einziehen. Die Verhandlungen sind derzeit im Gange. 35 Wohnungen werden zudem in einem Mix von Zweieinhalb-, Dreieinhalb- und Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen angeboten. Sämtliche Wohnungen werden vermietet, nicht verkauft.

Der Mix ist entscheidend

Die grösste Herausforderung für die Architekten war die Eingliederung des geschützten Backsteingebäudes in das Projekt. Die bestehende Struktur sei natürlich auslösende Grundlage für den entstandenen Entwurf und ein prägendes Element im gesamten Projekt, sagt Dario Viola. «Wir haben den Umgang mit dem Denkmalschutz als Aufgabe und nicht als Hürde gesehen.» Daraus sei nun ein spannender Dialog zwischen alt und neu entstanden.

Demnächst wird die Bauherrschaft neben der Baustelle eine Informationstafel aufstellen. Darauf werden weitere Fakten zum Bauobjekt bekanntgegeben, beispielsweise über integrierte Grünanlagen, Spielplätze und Tiefgarage. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde bezeichnet Viola als «sehr konstruktiv und immer lösungsorientiert». Seit das Baugesuch bewilligt wurde, haben die Aufgaben der Gemeinde abgenommen. Sie beschränken sich nun auf baupolizeiliche Aufgaben.

So planen die Architekten: Im Vordergrund das denkmalgeschützte Backsteingebäude, im Hintergrund drei moderne Wohnbauten. (Bilder: pd)

So planen die Architekten: Im Vordergrund das denkmalgeschützte Backsteingebäude, im Hintergrund drei moderne Wohnbauten. (Bilder: pd)