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Ein dankbares Publikum

Seit bald 60 Jahren organisiert der Theaterverein im Winterhalbjahr ein gutes halbes Dutzend Vorstellungen im Casino. Kommenden Montag ist Auftakt mit «Deutschstunde» nach Siegfried Lenz.
Stefan Hilzinger
Szene aus «Deutschstunde» mit Darstellern des a.gon Theaters München. (Bild: PD/a.gon)

Szene aus «Deutschstunde» mit Darstellern des a.gon Theaters München. (Bild: PD/a.gon)

Frauenfeld hat kein Stadttheater wie Winterthur oder gar ein Schauspielhaus wie Zürich. Dennoch gibt es immer im Winterhalbjahr auf der Bühne des Casinos professionelles Theaterschaffen zu sehen, organisiert vom Theaterverein Frauenfeld. Nächsten Montag startet er in seine 58. Saison mit einem für die Bühne adaptierten Roman, der «Deutschstunde» von Siegfried Lenz (siehe Kasten).

Der Mann hinter dem Theaterverein ist Max Peter. Seit dreissig Jahren präsidiert der ehemalige Kantonsschullehrer den Verein mittlerweile. Für Peter ist der Start der aktuellen Saison gleichbedeutend mit dem Start der Planung der darauffolgenden Saison. Anfang dieser Woche weilte er in Bielefeld am Theatermarkt der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen. Hier schaut sich Peter nach passenden Inszenierungen für die Spielzeit 2017/ 2018 um. An dem zwei Tage dauernden Anlass treffen sich Bühnen und Veranstalter aus dem deutschsprachigen Raum. Jährlich werden dort auch die besten Produktionen gekürt. In der aktuellen Spielzeit in Frauenfeld sind gleich drei in Bielefeld ausgezeichnete Stücke zu sehen.

Mehrere hundert Zuschauer pro Vorstellung

Seit ein paar Jahren bereichern Musicals die Spielzeit, heuer eines über die Gospelsängerin Mahalia Jackson. «Die Lieder sind englisch. Gesprochen wird immer deutsch», sagt Max Peter. Hochdeutsch ist auch die Sprache der Theaterstücke. Die Mundartsparte überlässt man anderen. Die Frauenfelder sind laut Peter ein treues und dankbares Theaterpublikum. 330 Personen haben ein Saisonabonnement und sind damit automatisch Mitglied des Theatervereins. «Viele sind sich dessen gar nicht bewusst», sagt Magnus Thurnherr, im Vorstand für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die bestbesuchte Vorstellung der vergangenen Saison war «Homo Faber» nach dem Roman von Max Frisch. «Da kamen zu den Abonnenten noch 128 Einzeleintritte dazu», sagt Thurnherr. Er und Präsident Peter räumen ein, dass das Stammpublikum gesetzteren Alters ist. Um auch Jüngere anzusprechen, arbeitet der Theaterverein traditionellerweise mit der Kantonsschule zusammen. Vor jedem Stück findet im «Blumenstein» eine Einführung zum Werk statt mit Kantilehrern als Referenten. Kantilehrerin Janine Landolt-Spiegel unterstützt Max Peter zudem bei der Wahl der Stücke.

Der Theaterbetrieb ist trotz treuem Stammpublikum nicht ohne Sponsoren und öffentliche Gelder zu finanzieren. Die Stadt etwa unterstützt den Verein mit jährlich 60 000 Franken aus der laufenden Rechnung.

Ein Stadttheater ohne eigenes Ensemble

Nicht nur das Publikum schätzt das hiesige Theaterangebot, sondern auch die Theatertruppen. Bühnen wie das Eurostudio Landgraf und das A.gon-Theater München sind seit Jahren regelmässige Gäste im Casino. «Das System <Stadttheater> funktioniert auch ohne eigenes Ensemble», sagt Stefan Zimmermann. Der Schauspieler und Regisseur ist Mitbegründer und Geschäftsleitungsmitglied bei A.gon aus München.

Das Angebot an Gastspielen im deutschsprachigen Raum sei heutzutage ausgezeichnet. Die Veranstalter müssen sich einfach die besten Angebote wählen. «Aber das ist ja mit der Auswahl des A.gon-Theaters geschehen…», fügt er an. Ein Kränzchen windet Zimmermann dem Schweizer Publikum: «Es ist bei der Sache, reagiert toll und liebt anspruchsvolles Theater.»

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