Ein Dachdecker will hoch hinaus

Am 16. Oktober findet in Meran der internationale Alpen Grand Prix statt. Im Final steht auch Reto Eigenmann aus Thundorf. Der musizierende Dachdecker greift damit nach den Sternen am Schlagerhimmel.

Evi Biedermann
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Reto Eigenmann will einmal von seiner Musik leben können. Derzeit arbeitet er aber noch immer zu 100 Prozent als Dachdecker. (Bild: Andrea Stalder)

Reto Eigenmann will einmal von seiner Musik leben können. Derzeit arbeitet er aber noch immer zu 100 Prozent als Dachdecker. (Bild: Andrea Stalder)

THUNDORF. Die Sterne sind für Reto Eigenmann zum Greifen nah. Mit seiner Qualifikation für die Teilnahme am Alpen Grand Prix hat sich für den 38jährigen Entertainer aus Thundorf das Tor zum Schlagerhimmel geöffnet. Mitte Juni schaffte er an den Schweizer Vorentscheidungen in Reichenbach den Sprung in den Final des internationalen Wettbewerbs. Ob ihm sein Lied «An unserem Himmel» den Zutritt ins Paradies ermöglicht, werden am 16. Oktober in Meran Jury und Publikum entscheiden.

Zuversicht trotz Konkurrenz

Gegen elf weitere Finalisten aus acht Nationen muss sich der Schweizer in seiner Kategorie Schlager behaupten. Die Konkurrenz ist gross, doch Reto Eigenmann ist sich seiner Sache recht sicher. «Mein Lied ist bei den Vorausscheidungen beim Publikum gut angekommen.» Komponiert hat es der Frauenfelder Musiker Martin Kohler. Entschieden habe damals nur die Jury. «In Meran kann das Publikum auch mitbestimmen», erklärt der Musiker und Sänger.

Als Musiker ist Reto Eigenmann schon länger im Geschäft als in seinem ausgelernten Beruf als Dachdecker. Bereits als 17-Jähriger hat er bei den «Herisauerspatzen» Saxophon und Klarinette gespielt und mit der Band bis zu deren Auflösung 2007 unzählige Bühnenauftritte bestritten. Er lernte auch Steirische Handharmonika und Didgeridoo spielen und nimmt seit zwei Jahren Gesangsunterricht. «Musik machen war mein Bubentraum», erzählt er lachend.

Mädchen rümpften die Nase

Es war immer der Schlager, der ihn interessierte. «Diese Musik lief bei uns zu Hause, und ich merkte früh, dass sie das Herz berührt.» In der Schule wurde er manchmal belächelt, wenn er von vom Alpenland-Quintett schwärmte. Doch der Bursche stand zu seinem musikalischen Geschmack, auch wenn es ihm die Chancen zum weiblichen Geschlecht verbaute. «Eine, wo söttigi Musig loset, woti nöd», sagten die Mädchen zu ihm. Heute kann er darüber lachen. «Damals fand ich das natürlich nicht toll», sagt er und erzählt, wie sich schliesslich alles zum Guten wendete: «Als ich auf die Bühne kam, wurde ich für Frauen plötzlich interessant.»

Seit einem Jahr ist Reto Eigenmann als Solo-Entertainer unterwegs. Die Musik lässt er von Martin Kohler programmieren und einspielen. «Ich will eigen sein, speziell, anders als die anderen», sagt er. Diesem Anspruch werde sein Finallied gerecht, ist er überzeugt. «Der Song geht in Richtung Partysound.» Also Mitsingen, mitswingen und fröhlich sein, wie es heute vom Publikum gewünscht wird.

Schlager mit neuer Popularität

Der Schlager habe sich durch die Möglichkeiten des aktuellen Musikmachens stark verändert. «Stars wie Andreas Gabalier, Helene Fischer oder Beatrice Egli haben ihm ein anderes Gesicht gegeben.» Und damit dem Schlager zu breiter Akzeptanz und Popularität verholfen. Das freut den Vollblutmusiker, der noch immer zu 100 Prozent als Dachdecker arbeitet. Mit dem Ziel jedoch, sein Pensum zu reduzieren und ganz auf die Musik zu setzen. Bringt er die Sterne am Schlagerhimmel zum Leuchten, geht ein weiterer Traum seiner Erfüllung entgegen. «Ich möchte eines Tages von meiner Musik leben können», sagt Eigenmann.

www.retoeigenmann-entertain ment.ch