Ein Container für die Schüler

Ein geplanter Anbau beim Schulhaus Tobel ist wegen einer Beschwerde beim Verwaltungsgericht blockiert. Weil somit der Unterrichtsraum für eine Kleinklasse noch länger fehlt, bringt die Schulbehörde die Schüler in einem Provisorium unter.

Philipp Haag
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Die Visiere stehen: Schulpräsident Roger Holenstein unterhält sich während der Unterrichtspause beim geplanten Standort für den Container mit Schülerinnen und Schülern. (Bild: Philipp Haag)

Die Visiere stehen: Schulpräsident Roger Holenstein unterhält sich während der Unterrichtspause beim geplanten Standort für den Container mit Schülerinnen und Schülern. (Bild: Philipp Haag)

TOBEL. «Kein Schüler darf am Schulhaus vorbeifahren», sagt Roger Holenstein. Der Präsident der Sekundarschulgemeinde Affeltrangen meint damit, dass die Schüler wenn möglich im nächstgelegenen Schulhaus unterrichtet werden sollen. Für Kinder aus Tobel, Braunau und Bettwiesen, die die Kleinklasse besuchen, ist dies allerdings nicht der Fall. Sie gehen in Affeltrangen zur Schule, da es im Schulzentrum Tobel an genügend Räumlichkeiten fehlt.

Die Schulbehörde hatte aber entschieden, auch mit der durchlässigen Oberstufe in beiden Schulzentren eine Kleinklasse zu führen. Darum soll das Problem mit dem fehlenden Schulraum auf das nächste Schuljahr hin behoben werden. Die Schulbehörde plant, die Kleinklasse in einem 12 mal 6 Meter grossen Container unterzubringen, der neben dem Pausenplatz des Sekschulhauses zu stehen kommen soll. Die Bauvisiere sind bereits aufgestellt, ab heute läuft gemäss Holenstein die öffentliche Auflage. Mit Einsprachen ist nicht zu rechnen, befindet sich der Container doch mitten auf dem Schulgelände. Ausserdem handelt es sich um ein Provisorium.

«Der Container darf nur eine vorübergehende Lösung sein», untermauert Holenstein. Der Schulpräsident rechnet mit einem Jahr, dem Schuljahr 2012/13, für die Zwischenlösung, welche die Schulgemeinde um die 45 000 Franken kostet. Danach, so hofft Holenstein, kann die Kleinklasse in einen neuen Anbau umziehen. Bis dann sollte der geplante Neubau stehen. Doch derzeit ist das Projekt blockiert. Beim Thurgauer Verwaltungsgericht ist eine Beschwerde der Schulbehörde hängig.

1,6 Millionen gesprochen

Zur Vorgeschichte: Die Behörde wollte das Sekschulhaus auf der Nordostseite mit einem dreistöckigen, 11 Meter langen Ergänzungsbau erweitern. Dafür hatten die Stimmberechtigten 1,6 Millionen Franken gesprochen. Gegen die von der Gemeinde Tobel-Tägerschen erteilte Baubewilligung reichten Anwohner dann allerdings einen Rekurs ein, dem das kantonale Baudepartement (DBU) stattgab. Damit hob das DBU die Baubewilligung auf. Der Kanton untersagte der Schulbehörde eine Verlängerung des Schulhauses. Dieses ist durch den überdachten Pausenhof mit der Turnhalle verbunden und hat insgesamt eine Länge von 92 Metern. Erlaubt sind gemäss dem Baureglement der Gemeinde aber nur 40 Meter. Aus diesem Grund war eine Sonderbewilligung notwendig. Eine weitere Ausnahmebewilligung darf aber nicht mehr erteilt werden. Den Entscheid des Kantons zog die Schulbehörde vorsorglich an die nächsthöhere Instanz weiter. Parallel erarbeitet sie nun ein weiteres Projekt, und zwar einen zwei geschossigen separaten Bau, ebenfalls nordöstlich des Schulhauses. Die Kosten dürften die genehmigten 1,6 Millionen Franken aber übersteigen, Holenstein rechnet mit gegen 2 Millionen Franken. Ausserdem prüft die Schulbehörde einen Vorschlag, den die Anstösser eingebracht haben. Sie schlagen vor, den neuen Raum zwischen dem Schulhaus und der Turnhalle zu schaffen, indem Modularbauten auf dem Dach des Pausenhofs erstellt werden.

Ein Platzproblem

Drei neue Schulräume braucht es. Einen für die Kleinklasse, einen für die Bibliothek und einen als Ersatz für die Aula, die derzeit als Unterrichtszimmer genutzt wird. «Wir haben ein Platzproblem», betont der Schulpräsident.

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