Ein anstössiger Plauschwettkampf

Bei Temperaturen um die 30 Grad denkt wohl kaum jemand an Bobrennen. Der Bobclub Frauenfeld hingegen schon. Am Mittwochabend lud er zum Anstoss-Wettbewerb auf die Promenade.

Hugo Berger
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Bobfahrerin Sabina Hafner feuert zwei Teilnehmerinnen an. (Bild: Hugo Berger)

Bobfahrerin Sabina Hafner feuert zwei Teilnehmerinnen an. (Bild: Hugo Berger)

FRAUENFELD. Es duftet nach Bratwürsten und aus dem Hintergrund ertönen Alphornklänge. Ein normales Volksfest? Nicht ganz, denn im Mittelpunkt steht ein Vehikel, das im Sommer gewöhnlich nicht anzutreffen ist: Ein Bobschlitten. Ein etwas veraltetes Modell zwar, wie Bobfahrerin Sabina Hafner erklärt. «Die Schlitten, die man heute verwendet, sind viel schnittiger, damit sie dem Fahrwind so wenig Widerstand wie möglich bieten.» Der Gegenwind spielt aber heute keine Rolle, denn die Strecke führt nicht durch einen steilen Eiskanal ins Tal hinunter, sondern sie ist topfeben. Und die Schiene, auf welcher der Bob geschoben wird, ist lediglich rund 20 Meter lang.

Der Start ist der halbe Sieg

«Das Anschieben ist der wichtigste Teil des Bobrennens», sagt einer, der es wissen muss: Der Diessenhofer Fabio Badraun, Schweizer Meister im Viererbob und Teilnehmer an olympischen Wettkämpfen. «Wenn der Start gelungen ist, hast du ein gutes Gefühl auf der ganzen Fahrt. Der Start trägt fünfzig Prozent zum Sieg bei.» Dass diese Phase ständig geübt wird, versteht sich von selbst. Am Mittwoch lud der Bobclub Frauenfeld die Öffentlichkeit ein, am Anstoss-Training an der Promenade teilzunehmen. Als Gäste geladen waren die Turnerinnen und Turner der «Turnfabrik». «Für uns ist das eine ganz neue und schöne Erfahrung», sagte eine Turnerin. Zufrieden mit dem Anlass zeigte sich Bobclub-Präsidentin Lisa Lüthi. «Wir waren zwar im Grossen und Ganzen unter uns, aber etliche vorbeispazierende Passanten sind stehengeblieben und haben zugeschaut.»

Zuerst Bob, dann Bier

Ab und zu wagte sich auch ein Neuling in einer der verschiedenen Kategorien an den Start. Mit angespannten Muskeln standen die Sportler in Startposition. Beim Kommando «Los!» explodierten sie, der Bob stiess nach vorne und musste nach einigen Sekunden wieder abgebremst werden. Zwar war die Dauer des Anlasses mit zwei Sunden angegeben, aber angestossen wurde bis nach 22 Uhr – am Schluss mehr mit Bier als den Bob.