Eigentumswohnungen heissbegehrt

Die Wohneigentumsquote im Thurgau erreichte 2010 einen Wert von 46 Prozent und liegt damit über dem Schweizer Durchschnitt. Der Thurgau weist einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Gebäuden auf, die 90 Jahre und älter sind.

Martin Knoepfel
Drucken
Teilen

FRAUENFELD. Im Thurgau liegt die Wohneigentumsquote mit 46 Prozent klar über dem Schweizer Durchschnitt von 37 Prozent. Die Zunahme der Wohneigentumsquote hat sich allerdings in den Jahren 2001 bis 2010 gegenüber dem Zeitraum 1991 bis 2000 verlangsamt. Das geht aus einer Mitteilung der Dienststelle für Statistik von vorgestern hervor. Die Dienststelle hat die Strukturerhebung der Volkszählung von 2010 analysiert.

200 Franken unter Durchschnitt

Seit 1990 vervierfachte sich die Zahl der Eigentumswohnungen im Thurgau und erreichte 2010 9000 Einheiten. Damit wuchs dieses Marktsegment erheblich stärker als das der selbstbewohnten Einfamilienhäuser, das ein Plus von 30 Prozent verzeichnet. Einfamilienhäuser sind aber weiterhin im Thurgau viel zahlreicher als Eigentumswohnungen. Das kann man der Auswertung ebenfalls entnehmen.

51 000 Thurgauer Haushalte leben zur Miete. Am häufigsten sind 4-Zimmer-Wohnungen, gefolgt von den 5- und den 3-Zimmer-Wohnungen mit je rund 20 Prozent des Bestandes.

4-Zimmer-Wohnungen machen fast einen Drittel des Bestandes aus und kosten im Schnitt 1270 Franken im Monat, ohne Neben- und Heizkosten. Das ist etwa gleich viel wie in anderen Ostschweizer Kantonen und 200 Franken im Monat weniger als im Schweizer Durchschnitt. Im Kanton Zürich sind es über 1700 Franken. Die Mieten von 4-Zimmer-Wohnungen stiegen im Thurgau von 2001 bis 2010 um ein knappes Viertel. Die 5-Zimmer-Wohnungen verteuerten sich weniger stark.

Jahr-2000-Effekt bei Mieten?

Wenig überraschend sind Altwohnungen in der Regel billiger als neue. «Je älter, desto billiger», gilt aber nicht. Am billigsten sind Wohnungen mit Baujahr 1946 bis 1970. Wer hingegen in einer Wohnung leben will, die aus diesem Jahrtausend stammt, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Auffallend ist, dass es im Thurgau relativ viele alte Häuser gibt. 27 Prozent wurden vor 1919 gebaut. Landesweit sind es nur 21 Prozent. Die Dienststelle für Statistik spricht von einer schwachen Wohnbautätigkeit in den Jahren 1920 bis 1980. Danach wurde wieder mehr gebaut. Deswegen und weil der einzelne mehr Wohnraum will, wuchs die Siedlungsfläche seit 1980 überdurchschnittlich. Im Thurgau betrug die Zunahme 61 und im Schweizer Mittel lag sie bei 46 Prozent.

Öl ist fast out

Deutliche Veränderungen gibt es schliesslich bei der Art und Weise, wie die Thurgauer Hausbesitzer heizen. Mit 45 Prozent dominieren die Ölheizungen. Das ist aber vor allem Häusern zu verdanken, die älter als zehn Jahre sind. Bei den Neubauten, die nach dem Jahr 2000 entstanden, sind hingegen Wärmepumpen mit über und Gas mit rund 40 Prozent am wichtigsten. Nach dem Jahr 2000 konnte sich nur noch jeder achte Hausbesitzer für eine Ölheizung erwärmen. Zugelegt haben die Sonnenkollektoren.

Aktuelle Nachrichten