Eigener Kulturpool für Untersee

Die Unterseegemeinden planen die Gründung eines eigenen Kulturpools. Steckborn, Mammern und Berlingen wollen gerne mitmachen, Eschenz und Wagenhausen nicht. Die Gemeinde Homburg hat sich noch nicht entschieden.

Gudrun Enders
Merken
Drucken
Teilen

Die Idee kam aus Berlingen. Gemeinderätin Lisa Kull will die Finanzierung von kleineren Kulturveranstaltungen sicherstellen.» Sie hofft, in Berlingen mit dem Kulturpool Anreize für neue Veranstaltungen zu schaffen. Denn der Kanton fördert nur noch grössere Veranstaltungen und spricht Zuschüsse erst ab 5000 Franken. Bei kleineren Events kommt der Zustupf aus dem Kulturpool. Das Geld darin stammt je zur Hälfte von den Gemeinden und vom Kanton.

Das mächtige Frauenfeld

Es gibt schon etliche Kulturpools etwa in der Region Kreuzlingen oder in der Region Frauenfeld. Doch an die Frauenfelder wollen sich die Unterseegemeinden lieber nicht anschliessen. «Die Stadt Frauenfeld ist so mächtig, da hätte ich Angst, dass wir untergehen», sagt Hansjörg Lang, Gemeindeammann von Mammern. Seine Gemeinde will beim Unterseepool mitmachen wie Steckborn und Berlingen. Das hat der jeweilige Gemeinderat entschieden, doch das letzte Wort werden die Stimmbürger an den Gemeindeversammlungen haben. Eschenz und Wagenhausen sagten ab, in der Gemeinde Homburg steht eine Entscheidung noch aus. Hansjörg Lang skizziert kurz die Idee: Die Gemeinden gründen einen Verein für den Kulturpool und zahlen einen Franken pro Einwohner ein. So kommen knapp 5000 Franken zusammen, die der Kanton verdoppelt. Mindestens zwei Drittel des investierten Geldes müssen an die Gemeinden zurückfliessen. «Im Kulturpool Frauenfeld werden zwei Franken pro Einwohner gezahlt», sagt Lang. Ihm erscheint das für die Verhältnisse am Untersee fast ein bisschen viel. Der Kulturpool unterstützt bildende Kunst, Musik, Literatur, Theater, Tanz, Film und Volkskultur. Abendunterhaltungen oder ein Güggeliplausch erhalten keinen Zustupf. «Es geht um kulturelle Veranstaltungen, die sowieso defizitär sind und ohne diese Förderung gar nicht zustande kämen», sagt Lang. Der Kulturpool ist nicht für die Grossen da wie das Phönix-Theater oder Mammern Classics, die werden direkt vom Kanton gefördert.

Diessenhofen hat eigenen Pool

Die drei Gemeinden der Region Diessenhofen verfügen schon seit Jahren über einen eigenen Kulturpool. Diessenhofen zahle 8000 Franken, die beiden Landgemeinde 1500 Franken, sagt Stadtammann Walter Sommer. Gefördert werden damit die Konzertreihen im Rathaussaal oder auch in der Kirche im Paradies. Sommer findet: «Das ist eine super Sache.»