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EGNACH: Lass laufen

Der Egnacher Michael Loepfe hat einen Filter für den Wasserhahn erfunden. Dieser entfernt zuverlässig Keime, Bakterien und Viren. Aber auch störenden Geschmack, Geruch und andere Fremdstoffe. Nun sucht er jede Menge Geldgeber für seine Geschäftsidee
Peter Exinger, Schlieren
Ein Nanotechnologe mit seinem brandneuen Wasserfilter-Prototypen: Michael Loepfe aus Egnach. (Bild: Reto Martin)

Ein Nanotechnologe mit seinem brandneuen Wasserfilter-Prototypen: Michael Loepfe aus Egnach. (Bild: Reto Martin)

Michael Loepfe hat's immer rocken lassen. In der Kanti-Band Romanshorn spielte er Gitarre. Die Maturaarbeit handelte von Schwarzpulver. Und am liebsten hat er einen Mannschaftssport ausgeübt, der nicht dafür bekannt ist, harten Körperkontakt zu unterbinden: Handball. «Ja», sagt Loepfe: «dort stand ich im Tor und wurde kontrolliert abgeschossen – das war sicherer für mich.» Er grinst.

Jung und aufgeweckt, aber gar nicht institutionell – so erlebt, wer den 29-Jährigen Egnacher an seinem Firmensitz in Schlieren besucht. Das Büro ist gleichzeitig auch Empfangszimmer und Ordnerablage. Im zweiten Büro steht auch technisches Gerät. Das Herzstück ist der dritte Raum, ohne Fenster, umgebaut in ein Chemie-Labor. Hier pröbelt der technische Chef der vierköpfigen Crew von Novamem Ltd. mit Kunststoffen und Flüssigkeiten für seine Nanotechnologie.

Ein Produkt für Outdoor-Reisende

Entwickelt hat Loepfe, der seine Ausbildung als Chemie-Ingenieur an der ETH-Zürich beim renommierten Professor Wendelin Stark genossen hat, eine Membran, die Wasser von nahezu allen Schadstoffen reinigt. Verpackt hat er das vor mehr als zwei Jahren in ein erstes Outdoor-Produkt. Ein leichtgewichtiger Filter mit Saugvorrichtung für den Mund, der sich auf jede Flasche schrauben lässt. Er verkaufte sich bislang ein paar tausendmal. Bei einer Messe die Frage eines 5-jährigen Buben: «Und warum gibt’s das noch nicht für auf den Wasserhahn?» Stimmt.

Klein und handlich ist das Teil – eine Neuentwicklung. Passend für jede Armatur. Das Produkt soll es bald schon geben, in drei Ausführungen: aus Kunststoff, verchromt und aus Edelstahl. Nun muss nur noch das mit der Anschubfinanzierung klappen – per Crowdfunding auf kickstarter.com. Auf dieser Plattform gehen vor allem technologische Produkte und Vorhaben an den Start. Ziel: 40000 Franken. Löpfe rechnet sich gute Marktchancen aus; 10 % der Schweizer filtern ihr Trinkwasser, 25 % kaufen Wasser in Flaschen.

Hahnenwasser, ist aus vielerlei Gründen eine gute Sache. Vor allem aus ökologischer Sicht unschlagbar. Kein Transport per Lastwagen, kein PET-Flaschen-Verbrauch. Hier hakt Michael Löpfe ein: «Unser Filter ist etwa so schwer wie eine PET-Flasche.» Und er besteht nicht nur aus der Nano-Membran, sondern auch aus einem Aktivkohlefilter, bindet also störenden Geschmack oder Geruch. «Denken Sie an das Trinkwasser in Frankreich oder in Italien mit beigefügtem Chlor. Also das kann man nur gefiltert trinken», sagt Loepfe.

Handy erinnert an den Filterwechsel

Und wie lang arbeitet der Filter mit dem Namen «DrinkPure HOME» sauber und korrekt? «Im Durchschnitt 500 Liter lang, dann lässt die Durchflussmenge nach. Der Filter hält aber weiterhin die Bakterien zurück.» Auswechseln kann man den Filter rasch und einfach. Das wäre auch notwendig. 500 Liter sind schnell durch. Mehrmals im Jahr steht ein Filterwechsel an. Ein Handyalarm als Kalendereintrag erinnert daran.

So ein Startup-Unternehmen wie Novamem benötigt viele gute Ideen und enormen Durchhaltewillen – da ist kein Platz für Halbbatziges. Daran erinnert auch das Schweizer Kreuz auf der Verpackungen von Novamem-Produkten. Es steht für Seriosität und Qualität. «Wir erkennen darin vor allem einen Auftrag», sagt Loepfe, der einer Utopie nachjagt. Eine eigene, florierende Firma, «das ist mein Spirit: weiter machen, besser machen, weiter lernen und damit erfolgreich sein». Für seine Kunden aus der Industrie ist er bereits ein verlässlicher Partner. Seine Membran sorgt nämlich bereits in vielen Filtern für Sauberkeit.

75 Unterstützer haben bis am Donnerstagabend 18 Uhr bereits 14'000 Franken gesprochen.

Zwei Thurgauer im vierköpfigen Startup-Team

«Ich bin stolz darauf, meinen Part bei Drinkpure Home leisten zu dürfen», sagt Ramona Keller (28): «Es gibt jeden Tag etwas Neues.» Sie kommt ebenso wie der technischen Leiter des Unternehmens, Michael Loepfe, aus dem Thurgau und ist für «Sales & Marketing» zuständig. Natürlich haben sich die beiden schon vorher gekannt; von der Kanti-Band Romanshorn. Keller sass am Klavier. «Aufgewachsen bin ich am Seerücken», sagt sie, «in Fischbach». Sie arbeitet seit eineinhalb Jahren zu 100 Prozent bei der Novamem und ist unter anderem dafür zuständig, das Fachchinesisch der Nanotechnologie für die Kunden zu übersetzen. (pex)

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