Echt nur mit Thurgauer Dialekt

FRAUENFELD. Sechs Tonträger, unzählige Auftritte und eine grosse lokale Fangemeinde: Das ist die Bilanz von 42 Jahren Galgevögel. Zum überregionalen Durchbruch hat es der Thurgauer Mundartband nie gereicht.

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FRAUENFELD. Sechs Tonträger, unzählige Auftritte und eine grosse lokale Fangemeinde: Das ist die Bilanz von 42 Jahren Galgevögel. Zum überregionalen Durchbruch hat es der Thurgauer Mundartband nie gereicht. Vielleicht, weil ihnen ein Hit fehlte – ein Ohrwurm, der vor allem im Radio gespielt worden wäre. «Thurgauer Dialekt vor 20 Jahren: Hilfe!», meint Hansjörg Enz dazu trocken. Und schon gar nicht habe man diesen Dialekt im Radio gehört, sagte er am Vorabend der CD-Taufe in der DRS-Sendung «Swissmade». Mehr Erfolg hatten in diesem Fall die Berner und Zürcher Mundartbands.

Der Thurgauer Max Werner Widmer, der in den 70er-Jahren für kurze Zeit bei den Galgevögel mitspielte, hat das erkannt und sagte dem Thurgauer Dialekt Adieu: Mit dem Beginn seiner Solokarriere als «Blues Max» wechselte er den Dialekt und spricht auf Bühne nur Züridütsch. Mit Erfolg, «Blues Max» ist seit über 30 Jahren eine gefragte Bühnenfigur.

Für die Galgevögel stand ein Dialektwechsel hingegen nie zur Diskussion. «Ich bin Thurgauer, spreche diesen Dialekt und kann mich nur so authentisch ausdrücken», sagt Hansjörg Enz, der die meisten Songs textet. Das hiesige Publikum versteht seine Sprache und ist der Musikgruppe seit Jahren treu. (bie)