DUSSNANG: Kündigung interessiert nicht

Der sofortige Abgang der Geschäftsstellenleiterin war an der Versammlung der Hauseigentümer kein Thema.

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Die Wiler Jungtambouren unterhalten die Hinterthurgauer Hauseigentümer. (Bild: Christoph Heer)

Die Wiler Jungtambouren unterhalten die Hinterthurgauer Hauseigentümer. (Bild: Christoph Heer)

«Wir fühlten uns im vergangenen Vereinsjahr fast wie eine Hamburgerbehörde.» Matthias Erne, Präsident des Hauseigentümerverbandes (HEV) Hinterthurgau, blickte an der 71. Hauptversammlung in der Dussnanger Hörnlihalle zurück auf das vergangene, bewegte Jahr des Verbandes mit rund 3000 Mitgliedern. «Alle im Vorstand waren in einer neuen Charge, wir lernten den Verband und unsere Funktion kennen und organisierten uns neu.»

«Mittlerweile», so betonte Erne, «sitzen wir aber solid im Sattel und haben das HEV-Schiff im Griff. Viele Arbeiten und Pendenzen konnten abgehandelt werden, dazu waren zwar mehr Vorstandssitzungen nötig, dafür kann jetzt der Blick nach vorne gerichtet werden.» Ein Puzzleteil dazu ist die Wahl von Monika Bommer-Klingele. Die Treuhänderin aus St. Margarethen nimmt neu Einsitz im Vorstand und übernimmt das Amt der Kassierin. Ihren ersten Auftritt vor grossem Publikum meisterte sie mit Bravour.

Unerwartet grosses Minus in der Rechnung

Im Vorfeld der Versammlung wurde die sofortige Kündigung der Geschäftsstellenleiterin Claudia Strässle publik (unsere Zeitung berichtete). Ad interim leitet der Präsident nun die Stelle. «Wir arbeiten an der Evaluation und der hoffentlich rasch zu vollziehenden Einsetzung einer neuen Geschäftsstelle», sagte Matthias Erne. Zu diesem Thema erfolgten keine Wortmeldungen aus dem Publikum. Es scheint, als liege der Fokus des Vorstandes – und der Mitglieder – auf der Zukunft, und die Vergangenheit will man ruhen lassen.

Die grösste HEV-Sektion im Kanton Thurgau hat finanziell, wie es Interimskassier Philipp Schwager bezeichnete, ein «unglückliches» Jahr hinter sich. Diverse Faktoren trugen zu einem Minus von 16000 Franken, statt den budgetierten 5000 Franken, bei. Matthias Erne erklärte dies unter anderem mit dem Mehreinsatz für die Petition zur Abschaffung des Eigenmietwertes, dem Kernanliegen des Verbandes. Ein Votant empfahl, die Rechnung 2016 nicht anzunehmen. Damit stiess er auf wenig offene Ohren, lediglich sieben Stimmberechtigte lehnten schliesslich die Rechnung ab.

Der Abend wurde durch Gastauftritte umrahmt. Die Jungtambouren von Wil trommelten sich in die Herzen der Zuhörer. Und Ständerätin Brigitte Häberli, Grossratspräsident Gallus Müller, HEV-Schweiz-Direktor Ansgar Gmür und Fischingens Gemeindepräsident Willy Nägeli sammelten mit ihren jeweils kurzen Ansprachen Pluspunkte.

Christoph Heer

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch