DUSSNANG: Kleine Schritte zur eventuellen Fusion

Die Katholische Kirchgemeinde arbeitet an einem Zusammenschluss mit Au, Fischingen und Bichelsee-Balterswil. Die Begeisterung ist nicht überall gleich gross.

Drucken
Teilen
Kirchenpräsidentin Caroline Stäbler im Gespräch mit den frischgewählten Pfarreirätinnen Annelies Schauberger, Martina Kägi und Judith Böhi. (Bild: Christoph Heer)

Kirchenpräsidentin Caroline Stäbler im Gespräch mit den frischgewählten Pfarreirätinnen Annelies Schauberger, Martina Kägi und Judith Böhi. (Bild: Christoph Heer)

Es war das einzige diskutierte Thema an der Versammlung der Katholischen Kirchgemeinde Dussnang vom Montagabend – obschon es eigentlich noch gar nichts zu diskutieren gibt.

Denn eine mögliche Fusion der vier Kirchgemeinden innerhalb des Pastoralraumes Tannzapfenland steht noch ganz am Anfang. Zwar haben schon Sitzungen stattgefunden und man hat sich untereinander auch bereits auf den Zahn gefühlt, doch von Lösungen, Zielen oder definitiven Fakten ist man noch weit entfernt; und das ist auch gut so. Denn, so intervenierte Prior Gregor Brazerol, man soll und muss sich Zeit lassen; viel Zeit: «Der Kirchenrat hat seine Politik geändert. So sollen nämlich die kleinsten Kirchgemeinden, diejenigen mit unter 300 Katholiken, zu Fusionen gezwungen werden.» Dussnang sei zwar eine mittelgrosse Kirchgemeinde und werde daher vom Finanzausgleich bevorzugt. «Nichtsdestotrotz müssen wir eine Fusion ins Auge fassen, zum Wohle aller.» Sechs Jahre lang gibt man sich Zeit, Bedenken abzuklären, Ideen zu sammeln, miteinander Visionen und Wünsche zu eruieren.

An der Versammlung vom Montagabend war aber auch in Erfahrung zu bringen, dass Bichelsee-Balterswil einer Fusion eher kritisch gegenübersteht. Daniela Albus, Seelsorgerin und Gemeindeleiterin in besagter Gemeinde, wies jedoch darauf hin, dass noch gar nichts entschieden sei. Der tiefe Steuerfuss in Bichelsee-Balterswil werde aber ein entscheidendes Wörtchen mitreden. Denn bei einer Fusion liegt es auf der Hand, dass ein einheitlicher Steuerfuss ansteht.

«Wovor haben wir eigentlich Angst?»

Gregor Brazerol hat die anwesenden 46 von insgesamt 718 Dussnanger Stimmberechtigten detailliert über den Jetzt-Zustand betreffend Fusion informiert. Da waren jedoch noch nicht die ganz grossen Neuigkeiten mit dabei. Es ist aber mit Bestimmtheit eine faire Geste der Verantwortlichen, die Stimmbürger schon zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit ins Boot zu holen. «Wir wollen miteinander auf den neuen Weg gehen», lautete denn auch das Credo des Abends. Was folgen wird, sind Informationsveranstaltungen und Sitzungen, an der Versammlung in einem Jahr sollten dann aber schon klarere Definitionen oder gar ein bestmögliches Projekt erarbeitet worden sein. Was bei einer Fusion alles auf eine Kirchenvorsteherschaft trifft, wurde im Februar schon näher abgeklärt. Da sass man mit Urs Brosi, Generalsekretär der Katholischen Landeskirche Thurgau, zusammen.

Ein Votum traf dann zum Schluss der Versammlung wohl genau den Nerv der meisten Anwesenden: «Wovor haben wir eigentlich Angst?» Eine Frage, die genau so im Raum stehen gelassen wurde, was klar andeutet, dass Katholisch Dussnang – Stand jetzt – nichts gegen einen Zusammenschluss hätte.

Christoph Heer

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch