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Dumpf und hohl soll er klingen

Für die Landwirte Andrea und Markus Baumberger aus Sulgen ist der Verkauf von Kürbissen seit 20 Jahren ein Zusatzerwerb. Er setzt Freude am Produkt und viel Handarbeit voraus.
Hana Mauder
Alles so schön bunt hier: Andrea und Markus Baumberger mit Töchterchen Elina (links) und Sohn Fabian. (Bild: Reto Martin)

Alles so schön bunt hier: Andrea und Markus Baumberger mit Töchterchen Elina (links) und Sohn Fabian. (Bild: Reto Martin)

Es ist eine Sinfonie von Form und Farbe: In augenfällig arrangierten Holzständen liegen sie Seite an Seite, die Zier- und Speisekürbisse der Familie Baumberger. «Der Verkauf beginnt im August und hält bis nach Halloween an», sagt Markus Baumberger. Der Sulger Landwirt baut seit 20 Jahren Kürbisse als Ergänzung zu seinem Blumenfeld, der Obst- und Ackerwirtschaft an.

Seine Frau Andrea bewirtschaftet im rund zehn Minuten entfernten Zuckenriet einen weiteren Hof mit Obst- und Viehwirtschaft. «Wir gehören mit unseren 20 Aaren nicht zu den ganz grossen Kürbis-Anbauern im Thurgau», meint sie, «aber wir sind ein Familienbetrieb, der viel Engagement in seine Produkte steckt.»

Die Familie der Kürbisse umfasst über tausend Sorten. Sie stammen ursprünglich aus Europa, Amerika und Japan. Die Natur hat ihnen in Form und Farbe kaum Grenzen gesetzt: warzig, knallorange, tiefgrün, weiss, mehrfarbig, kugelrund, Wagenrad-förmig oder Birnen-ähnlich. «Kürbisse haben vielfältige Namen», sagt die zweifache Mutter. Butternuss, Oranger Knirps, Spaghetti-Kürbis, Galaxie of Stars, Sweet Mama oder Mikrowellen-Kürbis, um nur einige zu nennen.

Grob unterschieden wird zwischen Speise- und Zierkürbis. «Zierkürbisse enthalten Bitterstoffe, die dem Menschen nicht gut bekommen oder sogar giftig sind», hält Markus Baumberger fest. Besonders zum Schnitzen geeignet sei der Sankt Martin. Seine tieforange Schale lässt sich gut bearbeiten und ist darum als Halloween-Deko sehr beliebt.

100 Tage bis zur Reife

Die Arbeit mit den Kürbissen startet im Februar. Dann werden die Samen ausgesucht und bestellt. Zwischen Ende April und Anfang Mai werden die Samen gesetzt. Die Setzlinge sollten nicht vor den Eisheiligen aus dem Boden schiessen. «Kürbisse vertragen keinen Bodenfrost», erklärt Markus Baumberger. Rund 100 Tage dauert es, bis die Kürbisse reif sind. Die erste Ernte beginnt im August und dauert bis Ende Oktober. Sie werden von Hand gepflückt, geprüft und gewaschen, bevor sie ihren Platz in einem der Verkaufsstände beim Blumenfeld einnehmen dürfen. Reife Kürbisse erkennt man zum Beispiel mit einer Klopfprobe: Klingt der Kürbis dumpf und hohl, schmeckt er am besten. Je älter der Kürbis, umso fasriger wird sein Fruchtfleisch. Speisekürbisse sind auch roh geniessbar. Sie enthalten viel Beta-Karotin, Vitamin A, C, D und E sowie Kalzium, Kalium und Zink.

Kürbis ist längst nicht gleich Kürbis. «Sie unterscheiden sich nicht nur äusserlich, sondern auch im Geschmack», sagt die Bäuerin. Bei ihr liege immer ein Schnitz Kürbis im Kühlschrank, verrät sie. «In Kombination mit Kartoffeln ist der Kürbis sehr schmackhaft», schmunzelt sie. Kürbis-Kartoffel-Rösti, Hackbraten mit Kürbis, Kürbis-Ravioli oder eben der «Mikrowellen-Kürbis», diese und viele weitere Rezepte zum Entdecken und Nachkochen findet der Besucher bei den Verkaufsständen der Familie aufgelistet.

Kühl und trocken gelagert halten Kürbisse mehrere Wochen. Der Preis für einen Zierkürbis hängt von Form und Grösse ab. «Der Verkauf fängt bei circa einem Franken pro Stück an», beziffert Markus Baumberger die Richtpreise. «Speisekürbisse kosten rund zwei bis drei Franken pro Kilo.»

Kürbiskernöl aus der Schweiz

Der Hof an der Kirchstrasse zählt zu jenen Betrieben, die bereits vor 17 Jahren mit dem Anbau von Ölkürbissen begonnen haben. Diese Sorte wird mit einer speziellen Maschine – es gibt in der ganzen Schweiz genau ein Exemplar, und dieses wird an die verschiedenen Betriebe ausgeliehen – geerntet.

«Die Kürbiskernöl-Herstellung war früher fest in Österreichischer Hand», erklärt der 43-Jährige. Ein Betrieb in Schaffhausen setzt seit 20 Jahren auf Öl aus Schweizer Produktion. Aber ob Speise-, Zierkürbis oder Kürbiskernöl: «Wir freuen uns über die Wertschätzung der Leute für ein Schweizer Produkt», sagt Andrea Baumberger.

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