Duell zweier ungleicher Kandidaten

Am 3. April kennt Lommis endlich seinen Gemeindeammann: Fritz Locher, der Bisherige, oder Karl Gaus, ein Mann, der aus dem Nichts kam. Im Vorfeld des zweiten Wahlgangs gibt sich der Amtsträger gelassen, der Herausforderer kämpferisch und engagiert.

Yann Cherix
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Der Herausforderer: Karl Gaus. (Bild: Nana do Carmo)

Der Herausforderer: Karl Gaus. (Bild: Nana do Carmo)

Lommis. In Lommis steigt die Spannung. In zwei Wochen wird der künftige Gemeindeammann ermittelt. Die Wahl hat sich mittlerweile zu einem Zweikampf zwischen dem aktuellen Amtsträger Fritz Locher und Karl Gaus entwickelt. Andreas Bernhaut, der Dritte im Bunde, hatte sich nach seinem bescheidenen Abschneiden im ersten Wahlgang (77 Stimmen) selbst aus dem Rennen genommen.

«Es läuft alles normal»

Fritz Locher leitet seit knapp zehn Jahren die Gemeinde im Lauchetal. Zwei Wochen vor dem Tag, der seine berufliche Zukunft definieren wird, gibt er sich betont gelassen. Es laufe zurzeit alles normal, sagt er. Und er hat keine speziellen Aktionen oder Auftritte geplant. «Denn die Leute kennen mich und meine Arbeit.» Den ersten Wahlgang, bei dem er nur um knappe 16 Stimmen am absoluten Mehr vorbeischrammte, hat er bereits abgehakt.

Doch er nimmt das Votum der Wähler zugunsten seiner Herausforderer auch als Zeichen. Locher kennt die Vorwürfe, die man ihm macht. Sie beschränken sich vor allem auf eines: Zu wenig Präsenz an den Anlässen. «Ich werde mir diesbezüglich sicherlich noch meine Gedanken machen.» Aber der Gemeindeammann sagt auch: «Es ist halt so, dass ich mich nicht zu wichtig nehme und überall auftauchen muss. Genau darum haben wir ja auch ein Ressortsystem.»

Will den Schwung mitnehmen

Etwas anders sieht die Gefühlslage bei Karl Gaus aus. Der 61-Jährige blickt auf einen sehr guten ersten Wahlgang zurück. 123 Bürger wollten den Neueinsteiger im Gemeindehaus sehen. Diesen Schwung will der Unternehmensberater mit eigener Firma jetzt mitnehmen. Gaus erzählt, dass er sich in den letzten Wochen viel mit der Bevölkerung ausgetauscht habe. Insbesondere der Anlass vor dem Alterszentrum Seniovita sei sehr gelungen. «Ich habe anlässlich der Jubiläumsfeier dort einen kleinen Stand aufgestellt. Ich hatte sicherlich mit etwa 80 Personen gesprochen.»

Ob sie für ihn stimmen werden, wisse er natürlich nicht. Aber Gaus, der seit elf Jahren in Lommis lebt, konnte sich an diesem Nachmittag sicherlich bekannter machen. Entscheidend dürften auch seine Besuche beim Turnverein und dem Männerchor gewesen sein. Weitere Aktionen plant Karl Gaus jedoch nicht. «Ich will den Leuten ja nicht auf die Nerven gehen.» Genau wie sein erfahrener Antipode hofft er natürlich auf einen positiven Wahlausgang für sich.

Sollte Gaus von den Bürgern gewählt werden, dürfte sich sein Leben entscheidend verändern. Die ersten 100 Tage würde er vor allem eines tun: sich einlesen, zuhören und lernen.

Der Bisherige: Fritz Locher. (Bild: edc)

Der Bisherige: Fritz Locher. (Bild: edc)