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Druck auf Stadtwerke Konstanz

Die Stadtwerke Konstanz verlangen im Thurgau höhere Preise für ihr Erdgas als auf der anderen Seite der Grenze. Das sei nicht zu begründen, sagt Nationalrat Thomas Böhni und fordert den Regierungsrat zum Handeln auf.
Christof Widmer
Höhere Preise für Schweizer: Gaszähler der Stadtwerke Konstanz in Mammern. (Archivbild: Nana do Carmo)

Höhere Preise für Schweizer: Gaszähler der Stadtwerke Konstanz in Mammern. (Archivbild: Nana do Carmo)

FRAUENFELD. Der Streit um den Gaspreis am Untersee kommt im Thurgau nun auf die politische Agenda. Nationalrat Thomas Böhni fordert in einem offenen Brief den Regierungsrat auf einzugreifen. Bei der Auseinandersetzung geht es um die Preispolitik der Stadtwerke Konstanz, die 3000 Kunden am Schweizer Unterseeufer bis nach Wagenhausen mit Erdgas versorgen. Gemessen an den Preisen der Stadtwerke für Kunden auf der deutschen Seite bezahlten die Thurgauer Kunden jährlich eine Million Franken zu viel, kritisiert Böhni. Er vertritt eine Gruppe von Kunden.

«Es ist nicht richtig, wenn ein Monopolist den Markt ausspielt», sagt der Grünliberale. Die Erdgaskunden am Untersee können ihren Anbieter nicht wechseln – im Gegensatz zu jenen auf der deutschen Seite, wo der Gasmarkt seit 2007 liberalisiert ist. Selbst der hohe Frankenkurs habe sich nicht in den Gasrechnungen niedergeschlagen, bemängelt Böhni.

Höhere Netzgebühr

Die höheren Preise für Schweizer Kunden begründen die Stadtwerke Konstanz mit den Netzkosten. Weil auf Thurgauer Seite im Verhältnis weniger Kunden an der Gasleitung angeschlossen sind, seien die Netzkosten höher. Dieses Argument hält Böhni für nicht stichhaltig. Die Leitung der Stadtwerke gehe bei Stein am Rhein wieder über die Grenze und versorge die Höri-Halbinsel. Es gehe nicht an, dass die Kunden dort eine tiefere Gebühr zahlen.

Böhni fordert von den Stadtwerken Konstanz einheitliche Nutzungsgebühren für ihr gesamtes Gasleitungsnetz. Zudem sollten die Stadtwerke ihr Monopol aufgeben und auch andere Anbieter in ihrem Netz zulassen, wie sie es in Deutschland tun müssen. Gas aus Frauenfeld oder Wil sei 20 Prozent günstiger, sagt Böhni.

Auf höherem Niveau verhandeln

Vom Regierungsrat erwartet Böhni, dass er sich in den künftigen Gesprächen mit den Stadtwerken beteiligt. «So können wir politisch auf einem höheren Niveau einsteigen.» Problem der Schweizer Kunden der Stadtwerke ist nämlich, dass sie Einzelverträge haben – mit Ausnahme von Kreuzlingen, wo die Stadt als starke Verhandlungspartnerin auftreten kann. Betroffene aus anderen Gemeinden haben dagegen Mühe, kollektiv aufzutreten.

Böhnis offener Brief war gestern noch nicht bei Volkswirtschaftsdirektor Kaspar Schläpfer eingetroffen. Der Regierungsrat wollte ihn darum nicht kommentieren. Die Regierung werde das Anliegen prüfen, sagte Schläpfer.

Einheitsgebühr kommt

Zumindest mit einer seiner beiden Forderungen rennt Böhni in Konstanz derweil offene Türen ein. Wie Stadtwerke-Pressesprecherin Silke Rockenstein erklärt, wird es bald keine unterschiedlichen Netznutzungsgebühren mehr geben. Das Netz werde in Zukunft gesamthaft kalkuliert.

Was das Monopol am Thurgauer Ufer betrifft, verweisen die Stadtwerke aber auf die Schweizer Gesetze. Die Rahmenbedingungen für die Öffnung der Gasnetze müssten in der Schweiz erst noch geschaffen werden. Rockenstein räumt ein, dass die Gaspreise der Stadtwerke über dem Schweizer Durchschnitt liegen. Selbst im Thurgau gehörten sie aber nicht zu den teuersten Anbietern.

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