Drei Unglücksfälle

FRAUENFELD. Gestern nachmittag hörten die Knechte des Herrn Lüscher zum «Adler», die auf der grossen Allmend Vieh hüteten, einen Schuss fallen. Sie fanden einen Knaben mit einer Schusswunde im Kopf am Boden liegen.

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FRAUENFELD. Gestern nachmittag hörten die Knechte des Herrn Lüscher zum «Adler», die auf der grossen Allmend Vieh hüteten, einen Schuss fallen. Sie fanden einen Knaben mit einer Schusswunde im Kopf am Boden liegen. Der Unglückliche gab noch Lebenszeichen von sich; als aber der Arzt auf dem Platze erschien, war er bereits verschieden.

Da von den Anwesenden niemand den Knaben kannte, wurde der Leichnam in die Leichenhalle beim Friedhof in Oberkirch verbracht. Erst am Abend machte eine hier wohnhafte Frau Muggli auf der Polizei die Anzeige, sie vermisse ihren 12jährigen Knaben, der gleich nach dem Mittagessen mit dem vierjährigen Schwesterchen und dem Hündchen spazieren gegangen sei. Am Abend sei dann das Töchterchen ohne Bruder und Hündchen nach Hause gekommen und habe der Mutter erzählt, der Bruder habe sich ins Auge geschossen. Der Revolver, welcher dem Vater gehörte, enthielt noch fünf Patronen; weitere sechs Patronen trug der Knabe noch bei sich. Die Polizei nimmt an, dieser habe sich im Schiessen üben wollen und dabei infolge einer unglücklichen Hantierung sich selber getroffen; doch soll die Möglichkeit nicht ausgeschlossen sein, dass der Knabe sich ein Leid antun wollte.

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BISCHOFSZELL. Gestern abend ist im Fabrikkanal bei der Waldegg-Bischofszell das drei Jahre alte Mädchen Emma Biederer ertrunken. Die Mutter des Kindes, Emma Murr, geschiedene Lanter, Fabrikarbeiterin, befindet sich in der Waldegg im Logis. Am genannten Abend begab sich das Kind mit der Hausfrau Töpfer nach Bischofszell; auf dem Rückweg schob das Kind hinten an dem von Frau Töpfer geführten Wägelchen. Beim Überschreiten der Brücke bei der Waldegg muss sich das Kind vom Wägelchen entfernt und an das Brückengeländer begeben haben und in den Kanal gefallen sein. Kurz nach Ankunft in der Waldegg rief Frau Töpfer nach dem Mädchen und als dieses nicht zum Vorschein kam, wurde sofort in der Kartonfabrik Anzeige gemacht und bei der Nachschau im Rechen des Kanals wurde der leblose Körper gefunden.

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AMRISWIL. (Mitget.) Gestern ist in dem freistehenden Wohnhaus an der «Bilchen», Ortsgemeinde Hagenwil-Räuchlisberg, Feuer ausgebrochen, das in dem alten Riegelhaus mit Schindelschirm reichlich Nahrung fand und es in kurzer Zeit vollständig einäscherte. Die Brandursache ist zur Zeit noch unbekannt; da sämtliche Bewohner abwesend waren. So liegt der Verdacht der Brandstiftung ziemlich nahe, um so mehr als behauptet wird, es sei selben Tages nur im Kochherd, nicht aber im Ofen gefeuert worden, und heute hätte gebacken werden sollen. Gebäude und Mobiliar waren nur zum Teil brandversichert. Die Bewohner erleiden empfindlichen Schaden.