Drei Schulhäuser sind zu teuer

Nach dem angekündigten Rücktritt des einzigen Dettighofer Primarschulbehördemitglieds wurden Befürchtungen laut, das Schulhaus Dettighofen könnte bei der Standortfrage im Nachteil sein gegenüber Herdern und Lanzenneunforn.

Mathias Frei
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Das Schulhaus Lanzenneunforn mit der Mehrzweckhalle. (Bilder: Donato Caspari)

Das Schulhaus Lanzenneunforn mit der Mehrzweckhalle. (Bilder: Donato Caspari)

HERDERN. Ende November an der Budgetgemeinde der Primarschulgemeinde Herdern-Dettighofen stellte Schulpräsident Marc Meile erstmals konkret die Standortfrage. Nun hat André Greutmann als aktuell einziger Vertreter Dettighofens seinen Rücktritt aus der Schulbehörde per Sommer 2014 angekündigt. Und Stimmen werden laut im Pfyner Ortsteil, dass dies für die Schulanlage in Dettighofen ohne Fürsprecher mittelfristig die Schliessung bedeute.

Schulpräsident Meile kann diese Reaktion aus Dettighofen zwar nachvollziehen. Die Befürchtung, ein Entscheid in der Standortfrage sei schon gefallen, möglicherweise sogar zuungunsten Dettighofens, dementiert er aber in aller Deutlichkeit.

Hoher Investitionsbedarf

Fakt ist: Für die Schulhäuser in Herdern, Dettighofen und Lanzenneunforn (inklusive Mehrzweckhalle) besteht langfristig ein Investitionsbedarf in Höhe von fünf Millionen Franken. Zudem liegen fast alle Klassen der Primarschulgemeinde unter der Regelklassengrösse, welche der Kanton vorgibt.

«Noch ist gar nichts entschieden», sagt Meile. Man verfolge nach wie vor alle möglichen Varianten. Das heisst: Von drei Standorten wie bisher bis zur Reduktion auf einen Standort, sogar in einer Neubauvariante, wird alles in Betracht gezogen. Aber eine saubere Analyse brauche halt einfach ihre Zeit. An der Budgetgemeinde hatte Meile angekündigt, innert Jahresfrist, also bis Ende 2014, zu einem Grundsatzentscheid kommen zu wollen.

Drei Standorte sehr nachteilig

Zuerst arbeitet die Schulbehörde nun in kleinen Arbeitsgruppen eine ganze Reihe von Entscheidfaktoren durch – von pädagogischen Aspekten über die Organisation bis zu finanziellen Belangen. Die entsprechenden Ergebnisse sollen bis Ende März vorliegen. Aufgrund einer ersten Gewichtung der einzelnen Entscheidfaktoren kann Meile vorerst zwei Aussagen machen: Einerseits weisen drei Standorte am meisten Einzelnachteile auf. Andererseits weist die Reduktion auf den Standort Lanzenneunforn am meisten Einzelvorteile auf. Viel wichtiger ist aber das Zusammenspiel der einzelnen Entscheidfaktoren. Dahinter sollen nun eben die Arbeitsgruppen kommen. Weiter stehen auch Gespräche mit den zwei Politischen Gemeinden Herdern und Pfyn an.

Eine Dettighofer Kandidatur

Meile ist sich sicher: «Die Bevölkerung weiss schon seit der Fusion der Schulgemeinden Herdern und Dettighofen-Lanzenneunforn im Jahr 2009, dass wir uns drei Standorte nicht leisten können.»

Was für Meile zudem gegen eine subjektive Benachteiligung Dettighofens spricht, ist die Kandidatenliste für die Nachfolge von André Greutmann. Die Ersatzwahl für den freien Sitz in der Behörde ist auf die Rechnungsgemeinde vom 22. April terminiert. Die Meldefrist lief offiziell am 18. Februar ab. Die Kandidaturen werden erst jetzt bekannt: zum einen Sandra Gehri aus Dettighofen, zum anderen Gaby Tschanz aus Herdern. Gehri hatte schon bei den Gesamterneuerungswahlen für die Legislatur 2013/2017 kandidiert. Nun liegt es in der Hand von Dettighofens Stimmberechtigten, für die «eigene» Kandidatin zu votieren.

So oder so kommt eine Frau

Definitiv nicht mehr stellen muss sich Meile dem Vorwurf, in der Behörde nicht Platz zu machen für eine Frau. Denn ab Sommer wird Gaby Tschanz oder eben Sandra Gehri Einsitz nehmen. Susanne Pislor und Käthi Hinterberger sind bekanntlich auf Ende der vergangenen Legislatur zurückgetreten. Für sie zogen dann Daniel Scheurer und Marcel Mettler, beide aus Herdern, und nicht etwa Sandra Gehri in die Behörde ein.

Die Schulanlage in Dettighofen. (Bild: DONATO CASPARI (caspfoto.ch))

Die Schulanlage in Dettighofen. (Bild: DONATO CASPARI (caspfoto.ch))

Das Schulhaus in Herdern. (Bild: DONATO CASPARI (caspfoto.ch))

Das Schulhaus in Herdern. (Bild: DONATO CASPARI (caspfoto.ch))

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