Drei Schuld- und zwei Freisprüche auf 824 Seiten

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Das Urteil des Bezirksgerichts Frauenfeld vom 28. Januar 2016 ist happig. Nicht nur wegen der Schuldsprüche, sondern auch wegen des Umfangs von 824 Seiten. Es sei ein komplexer Fall gewesen, wird der Gerichtspräsident zum Schuldspruch zitiert. Die Anträge der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung gehen weit auseinander. In der Sache machen vier der fünf Beschuldigten vom Recht der Aussageverweigerung Gebrauch. Einzig der mitangeklagte Rechtsanwalt steht Red und Antwort.

Das Bezirksgericht spricht I.H., die Ex-Frau des ehemaligen Flowtex-Geschäftsführers Manfred Schmider, der mehrfachen bandenmässigen Geldwäscherei, der (einfachen) Geldwäscherei und der mehrfachen Urkundenfälschung für schuldig und verhängt nebst einer Geldstrafe eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten, wovon 12 Monate unbedingt. Es sollen Wertgegenstände (Diamanten, Chagall-Bilder etc.) und Geldwerte eingezogen werden, einerseits zu Gunsten des Staates Thurgau, andererseits zu Gunsten der Flowtex-Konkursmasse.

Der Anwalt erhält eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten und eine Geldstrafe für bandenmässige Geldwäscherei und mehrfache Urkundenfälschung.

Der ex-Geschäftsführer von FlowTex wird der bandenmässigen Geldwäscherei schuldig gesprochen. Das Bezirksgericht verhängte eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten, wovon sieben Monate unbedingt, und eine Geldstrafe.

Der Sohn und die Tochter werden freigesprochen oder die Verfahren werden eingestellt. Weil nebst der Strafverteidigung auch die Staatsanwaltschaft vor Obergericht Berufung einlegte, sind sie weiterhin Beschuldigte im Ver­fahren. (hil)