Drei Sätze zur Schule

Halleluja. Wie einst die Taube mit dem Olivenzweig im Schnabel Noah das Ende der Sintflut ankündigte, so ist das Töggeliturnier an der Wega vielleicht ein Vorbote der eidgenössischen Wahlen: Mit Gottesfurcht kommt man weit.

David Angst
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Halleluja. Wie einst die Taube mit dem Olivenzweig im Schnabel Noah das Ende der Sintflut ankündigte, so ist das Töggeliturnier an der Wega vielleicht ein Vorbote der eidgenössischen Wahlen: Mit Gottesfurcht kommt man weit. Im Final stehen sich die Spielvereinigung CVP-EVP und die EDU gegenüber, und CVP-EVP gewinnt mittels Golden Goal. Gemeinsam sind CVP und EVP unschlagbar, wie Figura zeigt. Vielleicht sollten es der FCZ und GC auch mal versuchen.

Jetzt, wo die Wega vorbei ist, könnte man ja die Apfelkönigin noch in ein Dirndl stecken und an die Oktoberfeste schicken. Oktoberfeste gibt es ja überall: in Frauenfeld, Steckborn oder Kreuzlingen genauso wie in Schwabing, Giesing oder Fracking. Welches Wort passt nicht in die Reihe? Richtig: Fracking ist keine Ortschaft, sondern eine ganz abscheuliche Methode der Energiegewinnung. Und auch Geothermie-Bashing ist keine Ortschaft in Bayern, sondern damit schlägt der Kantonsrat am Wega-Montag die Zeit bis zum Apéro tot.

Aus pädagogischer Sicht war dieser Wega-Montag übrigens ein gut investierter Tag. Während sich die Weinfelder Schüler im Luna-Park vergnügten, haben sich die Lehrerinnen und Lehrer wieder einmal von jemandem die Schule erklären lassen, der drauskommt. Roland Reichenbach, Pädagogik-Professor an der Uni Zürich, sagte zwar nichts Neues, aber es tut ja auch mal wieder gut, zu repetieren, was man über die Schule wissen muss.

Zum Beispiel: «Für viele Kinder ist die Schule der verlässlichste Ort überhaupt – das muss nicht heissen, dass sie die Schule mögen, aber sie gibt ihnen eine Struktur, die sie zu Hause nicht mehr vorfinden.» Ersetzen Sie Schule durch Gefängnis und Kinder durch Sträfling, und Sie wissen, was er meint. Oder: «Gute Schüler kommen in jedem System zurecht. Schwache werden noch schwächer.» Dasselbe gilt natürlich auch, wenn man gar kein System hat. Man kann das Amt für Volksschule also gerade so gut abschaffen.

Und gute Schulleiter sollten ruhig mal gar nichts tun, das sei am besten, empfiehlt der Professor. Nun ja, wenn das so ist, hat der Kanton Thurgau die besten Schulleiter der Welt.

david.angst@thurgauerzeitung.ch

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