Drei Monate Training für den Job

Mit dem neuen Stiftungspräsidenten Guido Grütter ist die Stiftung Zukunft Thurgau weiter gut auf Kurs. Seit über 15 Jahren werden Stellensuchende bei der Integration in den Erwerbsprozess unterstützt.

Manuela Olgiati
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Marco Dörig und Guido Grütter führen die Stiftung Zukunft Thurgau, die jährlich 1300 Personen beim Weg zurück in die Arbeitswelt begleitet. (Bild: Manuela Olgiati)

Marco Dörig und Guido Grütter führen die Stiftung Zukunft Thurgau, die jährlich 1300 Personen beim Weg zurück in die Arbeitswelt begleitet. (Bild: Manuela Olgiati)

WEINFELDEN. «Die Stiftung Zukunft Thurgau hat sich zu einem Unternehmen mit 58 Mitarbeitenden an sechs Standorten entwickelt und arbeitet sehr erfolgreich», sagte Stiftungsratspräsident Guido Grütter an der gestrigen Medienkonferenz in der Geschäftsstelle der Stiftung Zukunft Thurgau. Ende 2014 wurde der Gründerpräsident Markus Thalmann aus der Stiftung verabschiedet.

Guido Grütter, der Gemeindeammann von Münchwilen, hat am 1. Januar das Amt des Präsidenten übernommen. Die strategische Ausrichtung ist ihm wichtig, denn das Team an der Front arbeite professionell und eigenständig. Mit Stellensuchenden der Stiftung Zukunft hat er gute Erfahrungen gemacht. «Die Gemeinden bieten oft Praktikumsplätze für Stellensuchende an», sagt Guido Grütter. Mit Zuverlässigkeit und etwas Geschick könne ein Zuschlag für eine Lehrstelle oder eine Anstellung erfolgen. Die vergangenen Jahre seien im Arbeitsmarkt besonders intensiv gewesen. Im letzten Jahr wurden 1300 Menschen begleitet, eine erfolgreiche Integration ins Erwerbsleben erreichten 44 Prozent. «Die Strategie 2019 hat zum Ziel, 50 Prozent der Kunden in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren», sagt Geschäftsführer Marco Dörig.

Sich präsentieren und arbeiten

Die Stiftung Zukunft Thurgau ist noch jung und seit der Gründung 1999 auf Erfolgskurs. «Die jugendlichen 15 Jahre wurden im letzten Jahr mit verschiedenen Aktivitäten gefeiert», blickt Marco Dörig zurück. Ein eigener Film wurde gedreht. Erfolgreich wurde das Projekt Bewerbungsinsel eingeführt. Hier werden Arbeitssuchende mit dem Erstellen der Bewerbungsunterlagen unterstützt, teilgenommen haben bisher 600 Personen.

Die Stiftung Zukunft hat verschiedene Angebote erarbeitet, um ihren Auftrag zu erfüllen. Das Motivationssemester hilft Jugendlichen, die einen Einstieg ins Erwerbsleben suchen. Für stellensuchende Berufsleute gibt es Praktika in Nonprofitorganisationen. Die Programme Sana-job sind Einstiegshilfen in Pflegeberufe, Office-job ist für kaufmännische Mitarbeiter gedacht. Im Opdi-Werk der Stiftung Zukunft finden Stellensuchende Arbeit im Bereich Industrie und Gewerbe. Und wer persönliche Fragestellungen angehen will, für den gibt es das Passe-par-tout, ein intensives Coaching. Das Ziel besteht bei allen Angeboten darin, nach rund drei Monaten einen passenden Arbeitgeber zu finden.

«Unser Fokus ist auf die Wirtschaftlichkeit und optimale Integration gerichtet», sagt Marco Dörig weiter. «In den nächsten Monaten wollen wir noch eines drauf setzen.»

Drei Werkstätten ausbauen

Die drei Werkstätten Recycling-Logistik, Metall und Elektronik/Lötbereich sollen weiter ausgebaut werden. «Das macht die Stiftung Zukunft Thurgau mit ihren Menschen noch attraktiver, zum Beispiel um Kundenaufträge anzunehmen.» Dadurch erhielten die angelernten Leute viel Wissen dazu. «Wer sich qualifiziert, kann sich im Arbeitsmarkt noch besser integrieren. Das stärkt das Selbstvertrauen noch mehr.»

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